Die Kindertage sind lange vorbei
Heinz Günter Saemann
Auch die Jugend ist enteilt
Wie schnell doch die Jahre vergehen
Unter der alten Kiefer sitzend
sehe ich die Kraniche westwärts ziehen
Bald werde ich mit ihnen fliegen
einem neuen Sonnenaufgang entgegen
Neugierig
Ich will neugierig sein
Heinz Günter Saemann
auf das was anders ist
Ich will neugierig sein
ohne Türen einzutreten
Ich will neugierig sein
wie eine Blüte die zum Licht strebt
Ich will neugierig sein
ohne zu verletzen
Ich will neugierig sein
wie ein Kind das gerade die Welt entdeckt
Ich will neugierig sein
leise und sacht
Ich will neugierig sein
auf euch und mich
Frühjahrskind
Frühjahrskind
Blütenduft in deinem Haar
Du trägst ihn durch den Sommer
den Herbst und den Winter
Tanzt in der Sonne
freust dich über den bunten Herbst
rennst im Winter den Schneeflocken hinterher
Auch jetzt im Alter
bist du immer noch ein Teil von mir
Früh am Morgen
Früh am Morgen
Heinz Günter Saemann
Das Lied der Amsel
Mein Herz lauscht
Namenlos
Gott ist klein
Heinz Günter Saemann
In jedem Sandkorn ist er zu finden
Selbst in den winzigsten Teilen der Materie
Ein großer Lebensfluss
Für die Augen unsichtbar
Alles durchströmend
Ohne Anfang
Ohne Ende
Wandelnd
Immer aufs Neue erzeugend
Namenlos
Der Geist weiß
Der Verstand kann nicht erfassen
Fragen an Yang Jian Chao
Meister Yang Jian Chao besucht uns Anfang Dezember 2025. Wir sehen uns das erste Mal seit sechs Jahren wieder, und es ist eine entspannte und schöne Zeit mit viel Austausch. Einen Auszug aus unseren Gesprächen, möchte ich hier, mit seiner Erlaubnis, teilen.
Wie lange praktizierst du nun schon Taijiquan?
Yang Jian Chao: Seit 33 Jahren.
Kannst du etwas über deinen Weg erzählen? Was war Taijiquan am Anfang für dich und was ist es jetzt? Was hat sich geändert?
Yang Jian Chao: Als ich jung war, habe ich das Taijiquan von meinem Vater gelernt. In dieser Zeit ging es um die äußere Form. Ich hatte nicht wirklich ein Gefühl für Taiji. Es ging um korrekte Bewegung, um den äußeren Ablauf. Ich hatte wenig Gespür und auch nicht genug Geduld. Nach ungefähr 10 Jahren bekam ich langsam einen Zugang zu den inneren Qualitäten. Ich begann geduldiger zu werden und mehr für mich selbst zu üben. Und nach weiteren 10 Jahren begann ich, darüber nachzudenken und zu üben, wie ich das Innere und das Äußere miteinander verbinden kann. Ich schaute mehr nach innen, um den inneren Antrieb zu finden, die eigene Energie. Dadurch bekam ich ein besseres Gespür für mich und die Bewegungen und begann es zu genießen Taijiquan zu praktizieren. Ich machte mich auf die Suche, was die alten Meister gesucht hatten, ich begann zu forschen. Ich entwickelte meine Vorstellungskraft und begann, meinen ganzen Körper zu kontrollieren. Meine Form wurde innerlich langsamer und ich spürte auch immer mehr Freude beim Üben. Das alles ließ mich mehr in Kontakt mit meinem Geist und Körper kommen. Und so ist es jetzt, aber es wird immer weiter gehen.
Häufig hören Menschen schon nach kurzer Zeit wieder auf Taijiquan zu praktizieren. Was würdest du einem Anfänger mit auf den Weg geben?
Yang Jian Chao: Ich denke, es ist wichtig für einen Schüler, zu begreifen, dass Taijiquan nicht nur Gesundheitsübungen sind. Taijiquan ist auch nicht nur das Ausführen einer korrekten und schönen Form. Es ist gut für die Gesundheit und es ist wichtig, das alle Teile des Körpers miteinander in Verbindung stehen. Aber es ist auch wichtig, den Körper mit dem Geist zu verbinden, Zugang zur inneren Energie zu bekommen und diese mit unserem Körper zu verbinden. Sodass das Innere mit dem Äußeren verbunden ist. Dann können wir tiefer einsteigen und Taijiquan verstehen. Und das braucht Zeit und Geduld.
Heinz Günter Saemann





