Der Himmel oben – Die Erde unten

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Heinz Günter Saemann und Johanna Saemann

Liebe Freundinnen und Freunde des Taijiquan!

Das Dao, das benannt werden kann, ist nicht das ewige Dao.
Der Name, der genannt werden kann, ist nicht der ewige Name.
Das Namenlose ist der Beginn von Himmel und Erde.
Das Benannte ist die Mutter der zehntausend Dinge.

Das Dao, das Unergründliche, Geheimnisvolle, das Nichtbenannte zeigt sein Wirken im De. Es ist der Beginn des Himmels und der Erde. Der Himmel, als schöpferisches Prinzip Yang, und die Erde, als empfangendes, gebärendes und nährendes Prinzip Yin, sind die Mutter der zehntausend Dinge. Das Nichtgreifbare, das Nichtseiende wird erkennbar, tritt ins Sein. Der Weise erkennt darin das immerwährende Wirken des Dao.

Verbunden mit dem Himmel schöpft er seine Kraft, wurzelnd in der Erde erkennt er das Wirken des Dao. Im immerwährenden Spiel von Yin und Yang verbringt er seine Tage damit, das zu finden, was seit Urzeiten in ihm ist.

Taijiquan verbindet das Schöpferische mit dem Empfangendem, Nährendem. Im Taijiquan erzeugt eine Bewegung die andere. Yin und Yang sind im steten Wechselspiel und verschmelzen miteinander. Verbunden mit dem Himmel richten wir uns auf. Das Wurzeln in der Erde gibt uns äußere und innere Festigkeit. Nach und nach erkennen wir, dass die Bewegungen des Taijiquan nur die äußere Form ist, um die innere Fähigkeit zu entwickeln, die Verbundenheit von Himmel und Erde in uns zu entdecken.

Das Üben des Taijiquan ist für mich eine Reise zu mir selbst, die mich oft an meine Grenzen führt und von der ich hoffe, sie möge irgendwann grenzenlos sein.

Euch ein stückweit auf eurer Reise begleiten zu dürfen, erfüllt uns mit Dankbarkeit und Achtung. Lasst uns nicht den Spuren der Meister folgen, sondern suchen, was sie gesucht haben.

Heinz Günter Saemann und Johanna Saemann

Rückblick

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Die Jahreszeit lädt ein zu reflektieren, innezuhalten und den Blick darauf zu lenken, was wir gesät und was wir geerntet haben. 25 Jahre Taijiquan-Schule Ortenau – unter diesen Leitgedanken haben wir das Jahr und die vielen Aktionen gestellt. So vieles haben wir geschafft und ist entstanden.

Rückblick
Rückblick
  • Chinesisches Neujahr: Für jeden Schüler gibt es einen selbstgefalteten Origami-Kranich verbunden mit guten Wünschen für Glück und Gesundheit.
  • Wir verändern unsere Farben für Logo und Homepage von blau in warmes rot.
  • Artikel im Offenburger Tageblatt sowie bei den Stadtwerken Gengenbach erscheinen über uns, unsere Arbeit und unsere Philosophie.
  • Monatliche Klangschalen-Meditationen werden ins Programm aufgenommen und etablieren sich.
  • Meister Yang Zhen He kommt über Ostern und wir verbringen eine intensive Woche der Bewegung und Begegnung.
Rückblick
  • Die Taijiquan-Schule geht auf Tour und wir üben mit unseren Schülern unter freiem Himmel an verschiedenen Plätzen im Kinzigtal.
  • Johanna bekommt ihre Anerkennung als Ausbilderin vom Deutschen Dachverband für Taijiquan und Qi Gong.
  • Im Sommer reisen zwei unserer Schüler in das Reich der Mitte, um dort Land und Kultur kennenzulernen und Taijiquan am Ursprungsort zu praktizieren.
  • Heinz Günter begleitet mit Taijiquan ein weiteres Jahr Studenten des Orientierungsjahres der Kunstschule Offenburg.
  • Heinz Günter gibt Schnupperstunden und Workshops in verschiedenen Vereinen der Umgebung.
  • Wir präsentieren uns und die Schule erfolgreich auf der Gewerbeschau in Gengenbach.
  • Der Tag der offenen Tür, mit Zeremonien, Schnupperstunden, Vorträgen und Austausch wird zu einem Fest für 25 Jahre Taijiquan-Schule Ortenau. Ein wundervoller Tag, der uns spüren lässt, dass die Schüler hinter uns stehen.
  • Meister Yang Jian Chao ist Ende Oktober zu Besuch und gibt sein Können an uns und unsere Schüler weiter.
  • Das jährliche Treffen des Yang-Ban-Hou-Clubs findet statt, mit gemeinsamen Üben und Vertiefen.
  • Ein Abend der chinesischen Märchen findet statt und wir spenden die gesamten Einnahmen dem Verein Huckepack in Kehl.
  • Heinz Günter hält einen Vortrag über Taijiquan an der Fachhochschule Offenburg.
  • Das ganze Jahr über geben wir an den Wochenenden Workshops. Waffenformen werden vertieft. Die BewegungsKunst bietet kreative Auszeiten. Fortbildungen für die von Heinz Günter ausgebildeten Lehrer finden statt. Selbstverteidigung und Treffen zum philosophischen Austausch finden Raum.
Rückblick
Rückblick
Rückblick
Rückblick

Darüber hinaus knüpfen wir viele Kontakte und stehen im Austausch mit anderen Lehrern aus Deutschland. Wir haben so vieles gesät und durften wahrlich reiche Ernte einfahren. Einiges ist auch schon im Keimen für das kommende Jahr. So wird Heinz Günter einen Auftritt haben bei »In achtzig Tagen um die Welt«, aufgeführt vom Amateurtheater »hohberger.bühnen«. Wir werden weiter auf Tour sein und unter freiem Himmel üben. Meister Yang Zhen He und seine Tochter Li Fen sind in der Woche nach Ostern bei uns zu Gast für einen weiteren kulturellen Austausch. Ideen für eine Taiji-Wanderung evtl. auf dem Odilienberg, intensive Trainingswochenenden und andere Workshops sind am wachsen und reifen.

Taijiquan ist Bewegung und Bewegung ist Veränderung. Dieses Schwingen in den Kräften von Yin und Yang, ihre Qualitäten zu spüren und ins Leben zu integrieren, ist für uns Impuls, Freude und Herausforderung. Wir fühlen dieses Jahr auch eine große Dankbarkeit für die Menschen, die von und mit uns lernen, uns begleiten und unterstützen, die mit uns die Taijiquan-Schule Ortenau so lebendig und beweglich machen.

Großer Dank!

Und nun wünschen wir von Herzen allen Schülerinnen und Schülern und Freunden der Taijiquan Schule Ortenau ein frohes und lichtvolles Weihnachtsfest und ein gesegnetes 2018! Möge Euer Licht leuchten!

Johanna und Heinz Günter

Abend der chinesischen Märchen

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An diesem Abend lassen wir uns – auf dem Rücken des Drachen reitend – in die Welt der chinesischen Märchen entführen. Simone und Steffen Stephan lesen vor, mit Zimbeln und Gong werden einzelne Abschnitte untermalt. Die Atmosphäre im Raum ist dicht bevölkert von Zauberpriestern, Drachen, glücklichen und glücklosen Menschen, Unsterblichen und von Magie, die uns allesamt ins Reich der Mitte entführen. In der Pause gibt es Tee und Gebäck für alle.

Abend der chinesischen Märchen
Abend der chinesischen Märchen

Die Einnahmen des Abends in Höhe von 460 Euro, gespendet von unseren Schülern und dem Turnverein Zunsweier, gehen an den Verein »Huckepack« aus Kehl, der sich für sozial benachteiligte Kinder einsetzt. Wir bedanken uns von ganzem Herzen bei unseren Freunden Simone und Steffen, für die Idee und die gelungene Umsetzung. Sowie bei euch Schülern für eure Bereitschaft zu spenden.

Kultureller Austausch mit Meister Yang Jian Chao

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Dieses Jahr ist bei den Kursen mit Meister Yang Jian Chao ein konzentriertes, ruhiges und intensives Lernklima unter den Schülern zu spüren. Yang Jian geht sehr ins Detail, vor allem veranschaulicht er immer wieder, wie die Bewegung aus der Hüfte heraus entsteht, welchen Weg sie nimmt, wie die Kraft zu fühlen und zu führen ist.

Meister Yang Jian Chao
Meister Yang Jian Chao

Wenn sich eine Bewegung falsch anfühlt, dann suche den Punkt. Wie ist dein Stand, wie bewegt sich deine Hüfte, sind deine Arme zu weit vom Körper entfernt, bist du richtig abgesunken, sind alle Körperteile miteinander verbunden? Es sind die kleinen Dinge, die deine Aufmerksamkeit fordern.»
Meister Yang Jian Chao

Meister Yang Jian Chao
Meister Yang Jian Chao
Meister Yang Jian Chao
Meister Yang Jian Chao
Meister Yang Jian Chao
Meister Yang Jian Chao

Er ermuntert, selbst zu fühlen, zu schauen und zu korrigieren. So entsteht eine Wahrnehmung für sich selbst und die Bewegungsabläufe. Jeder Teilnehmer kann etwas für sich mitnehmen und lernen und mit uns im Jahresverlauf weiter üben und vertiefen.

Wir haben viel Freude mit Meister Yang Jian Chao dieses Jahr. Auch außerhalb der Seminare füllt Taijiquan die gemeinsamen Stunden mit ihm. So entsteht auch dieses kleine Video in den Reben bei Schloss Staufenberg in Durbach.

Wir bedanken uns bei Meister Yang Jian Chao für sein Dasein und seinen umfassenden und hervorragenden Unterricht. Bei den Teilnehmern für eure Bereitschaft zu lernen und eure Freude am Taijiquan.

Tag der offenen Tür

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Der heutige Tag war ein voller Becher.
Der heutige Tag war eine gewaltige Welle.
Heute – das war die ganze Erde.
Pablo Neruda

Diese Worte aus einem Gedicht von Pablo Neruda schildern ganz wunderbar, was für eine Energie und Fülle und Freude uns heute trägt. Viele Interessierte, Ehemalige, Freunde und Schüler sind heute bei und mit uns. Der Tag ist stetig im Fluss, ein Kommen und Gehen, Austausch, Begegnungen und viel Bewegung und Berührung.

Tag der offenen Tür
Tag der offenen Tür
Tag der offenen Tür

Der Tag der offenen Tür bietet für jeden etwas. Ikebana-Zeremonie mit anschließendem spontanem philosophischem Austausch. Die Schnupperstunden und Einblicke in unserer Arbeit und die Vielfalt des Taijiquan sind gut besucht. Für Entspannung sorgt die Klangschalenmeditation am Mittag, zu der so viele Teilnehmer kommen, dass Johanna kurz besorgt ist, ob der große Übungsraum ausreicht. Aber er reicht und wir verbringen eine klangvolle Meditation miteinander. Im kleinen Übungsraum lädt eine Ausstellung Johannas Bilder ein, sich Zeit für Farben und Formen zu nehmen und der Betrachter bekommt einen Eindruck von Johannas Arbeit im Bewegungsatelier.

Tag der offenen Tür
Tag der offenen Tür

Der Vortrag am Nachmittag, von Wassersommelier Herrn Brand, ist kurzweilig, informativ und macht allen Zuhörern den Mund wässrig. Heilpraktikerin Ulrika Schmitt berührt mit dem Vortrag »Alles ist jetzt – In der Gegenwart sein« die Herzen der Anwesenden und gibt einen Einblick über die Kraft, die im Gegenwärtigsein liegt.

Tag der offenen Tür
Tag der offenen Tür
Tag der offenen Tür

Am Abend feiern wir mit unseren Schülern 25 Jahre. Es wird gelacht, geschmaust, gefeiert und gesungen. Heinz Günter und ich sind überwältigt von so viel Zuspruch und Herzlichkeit. Uns berührt der spürbare Zusammenhalt unserer Schüler, jeder ist einzigartig und bereichernd. Ein großer Dank an euch alle für euer Dabeisein. Auch für das wunderbare Überraschungsgeschenk – einen großen Gong samt Gestell, welcher schon lange innig gewünscht war.

Ja, der heutige Tag war wirklich ein randvoller Becher!

Gewerbeschau 2017

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Gewerbeschau

Wir sind mit der Taijiquan-Schule Ortenau auf der Gewerbeschau in Gengenbach. Laut Offenburger Tageblatt sind zwischen fünf- und sechstausend Besucher gekommen, um sich über Handwerk und Gewerbe zu informieren. Wir haben unseren Stand so aufgebaut, dass die Schule im Kleinformat Raum findet. Während einer von uns fortwährend Taijiquan läuft, führt der andere Gespräche, knüpft Kontakte, verteilt Flyer und gibt Informationen.

Gewerbeschau
Gewerbeschau
Gewerbeschau

Der Zuspruch ist groß, viele bleiben stehen, um sich einen Eindruck zu verschaffen und das Taijiquan auf sich wirken zu lassen. Unsere Arbeit als Botschafter für das Taijiquan, für die chinesische Kultur und für unsere Schule war ein großer Erfolg.

Taijiquan-Schule on Tour

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Taijiquan-Schule on Tour
Taijiquan-Schule on Tour

Schon einige Male hat unser Üben am Sonntagmorgen im Freien an verschiedenen Plätzen im Kinzigtal stattgefunden. Die gute Atmosphäre der verschiedenen Orte und die rege Teilnahme der Schüler begeistern uns. Nach einigen Aufwärmübungen und dem Laufen der 85er-Form, übt und vertieft jede und jeder das, was er oder sie gerade möchte; sei es Fächer-, Säbel-, Stock- oder Handform. Es ist ein konzentriertes und frohes Miteinander. Wir freuen uns auf weitere Stunden unter freiem Himmel.

Qi Mei Gun Kurzstock

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Qi Mei Gun Kurzstock

Für diesen Ferien-Workshop treffen wir uns an allen drei Abenden in der Schneckenmatt in Gengenbach. Hier ist genug Platz, diese wunderbare Form zu lernen. Meister Yang Jian Chao hat sie entwickelt und sie letztes Jahr bei unserer Chinareise und seinem Aufenthalt im Herbst bei uns in Gengenbach unterrichtet. Nun zieht sie Kreise und findet weitere Schüler, die sie lernen wollen. Heinz Günter unterrichtet in großen Einheiten die Bewegungsabläufe und wir sind konzentriert bei der Sache. Da wir im Freien üben, zieht das einige Schaulustige an, die stehen bleiben und auch fotografieren oder nachfragen. Das alles erinnert mich dann schon ein bisschen an China und viele weitere schöne Erinnerungen werden wach. Der Workshop hat uns sehr viel Freude bereitet.

Fünfundzwanzig Jahre

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Heinz Günter Saemann

Liebe Freundinnen und Freunde des Taijiquan!

Seit meinem zwölften Lebensjahr interessiere ich mich für das Reich der Mitte, seine Menschen und seine Kultur. Vor neunundzwanzig Jahren kam ich mit seiner berühmten Kunst, dem Taijiquan, zum ersten Mal in Kontakt. Damals ahnte ich nicht, was ein Vierteljahrhundert lang folgen würde.

Von Anfang an beeindruckten und begeisterten mich die langsamen und fließenden Bewegungen. Im Jahr 1992 gründete ich die Taijiquan-Schule Ortenau mit anfänglich drei Schülern. Heute sind es mehr als hundert, die mit mir meine Begeisterung für das Taijiquan teilen. Bald wurde mir klar, dass es für einen Lehrer nicht ausreicht, vor einer Gruppe zu stehen und einzelne Bewegungsabläufe zu unterrichten. So bildete ich mich fort: Didaktik, Pädagogik und Psychologie. Ich lernte Taijiquan bei verschiedenen Lehrern und chinesischen Meistern. Ich studierte Schriften über chinesische Mythologie, Mystik und Philosophie. Mein Unterricht gewann an Struktur und Klarheit. Und dennoch fehlte etwas. Ich unterrichtete zu sehr mit meinem Verstand. Um es allen recht zu machen, hatte ich mich, hatte ich mein Herz vergessen. Die dann folgenden Jahre waren nicht nur mit der Kultivierung meines Taijiquan erfüllt, sondern auch damit, meine Stärken zu zeigen und meine Schwächen zu akzeptieren. In all diesen Jahren bin ich gewachsen und kann heute auf meine Schüler eingehen, ohne mich selbst zu verlieren. Ich konnte mich entfalten und freue mich auf alle weiteren Entwicklungen.

Mein Dank gilt meinen Lehrern und all den Menschen, die mir nahestehen. Danke für nächtelange Gespräche, die mich auf meinem Weg unterstützt haben und es weiterhin tun werden. Danke an meine Schüler, denn ohne sie wäre vieles anders geworden. Danke, Meister Yang Zhen He, in dem ich einen wunderbaren Lehrer gefunden habe.

Ich will noch viele Jahre unterrichten und jede Stunde soll vom Geist des Taijiquan erfüllt sein. In Johanna, meiner Frau, habe ich eine würdige Begleiterin gefunden, die den Weg des Taijiquan mit offenem Herzen in die Zukunft führen wird.

Bewegte Kunst

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Johanna Saemann und Großmeister Yang Zhen He

Als Johanna vor 10 Jahren ihre Begeisterung für das Taijiquan entdeckte, wurde daraus eine Liebe, die sich über die Jahre mehr und mehr festigte. Im August 2013 gründete sie das Bewegungsatelier Johanna Saemann. Sie verbindet die Kunst des Taijiquan mit den Bildenden Künsten des Ostens und des Westens. Kunst in Bewegung wird zur bewegenden Kunst. Immer wieder staune ich über die magischen Momente, die Johanna mir und unseren Schülern schenkt. Großmeister Yang Zhen He will bei seinen jährlichen Besuchen stets Johannas Arbeiten sehen und begleitet sie bei ihrer Entwicklung.

Johannas innerer Prozess hat sich nun auch im Äußeren manifestiert. Am 2. Juni 2017 erhielt Johanna ihre Anerkennung durch den Deutschen Dachverband für Qi Gong und Taijiquan als Ausbilderin für Taijiquan.

Auf diesem Wege will ich Johanna meinen tiefen Respekt für ihre wunderbare Arbeit zeigen und ihr herzlich gratulieren.

Johanna geht still ihren Weg; doch in dieser Stille liegt eine ungeheuere Kraft

Heinz Günter
im Juni des Feuerhahnes 2017