Tag der offenen Tür

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Der heutige Tag war ein voller Becher.
Der heutige Tag war eine gewaltige Welle.
Heute – das war die ganze Erde.
Pablo Neruda

Diese Worte aus einem Gedicht von Pablo Neruda schildern ganz wunderbar, was für eine Energie und Fülle und Freude uns heute trägt. Viele Interessierte, Ehemalige, Freunde und Schüler sind heute bei und mit uns. Der Tag ist stetig im Fluss, ein Kommen und Gehen, Austausch, Begegnungen und viel Bewegung und Berührung.

Tag der offenen Tür
Tag der offenen Tür
Tag der offenen Tür

Der Tag der offenen Tür bietet für jeden etwas. Ikebana-Zeremonie mit anschließendem spontanem philosophischem Austausch. Die Schnupperstunden und Einblicke in unserer Arbeit und die Vielfalt des Taijiquan sind gut besucht. Für Entspannung sorgt die Klangschalenmeditation am Mittag, zu der so viele Teilnehmer kommen, dass Johanna kurz besorgt ist, ob der große Übungsraum ausreicht. Aber er reicht und wir verbringen eine klangvolle Meditation miteinander. Im kleinen Übungsraum lädt eine Ausstellung Johannas Bilder ein, sich Zeit für Farben und Formen zu nehmen und der Betrachter bekommt einen Eindruck von Johannas Arbeit im Bewegungsatelier.

Tag der offenen Tür
Tag der offenen Tür

Der Vortrag am Nachmittag, von Wassersommelier Herrn Brand, ist kurzweilig, informativ und macht allen Zuhörern den Mund wässrig. Heilpraktikerin Ulrika Schmitt berührt mit dem Vortrag »Alles ist jetzt – In der Gegenwart sein« die Herzen der Anwesenden und gibt einen Einblick über die Kraft, die im Gegenwärtigsein liegt.

Tag der offenen Tür
Tag der offenen Tür
Tag der offenen Tür

Am Abend feiern wir mit unseren Schülern 25 Jahre. Es wird gelacht, geschmaust, gefeiert und gesungen. Heinz Günter und ich sind überwältigt von so viel Zuspruch und Herzlichkeit. Uns berührt der spürbare Zusammenhalt unserer Schüler, jeder ist einzigartig und bereichernd. Ein großer Dank an euch alle für euer Dabeisein. Auch für das wunderbare Überraschungsgeschenk – einen großen Gong samt Gestell, welcher schon lange innig gewünscht war.

Ja, der heutige Tag war wirklich ein randvoller Becher!

Gewerbeschau 2017

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Gewerbeschau

Wir sind mit der Taijiquan-Schule Ortenau auf der Gewerbeschau in Gengenbach. Laut Offenburger Tageblatt sind zwischen fünf- und sechstausend Besucher gekommen, um sich über Handwerk und Gewerbe zu informieren. Wir haben unseren Stand so aufgebaut, dass die Schule im Kleinformat Raum findet. Während einer von uns fortwährend Taijiquan läuft, führt der andere Gespräche, knüpft Kontakte, verteilt Flyer und gibt Informationen.

Gewerbeschau
Gewerbeschau
Gewerbeschau

Der Zuspruch ist groß, viele bleiben stehen, um sich einen Eindruck zu verschaffen und das Taijiquan auf sich wirken zu lassen. Unsere Arbeit als Botschafter für das Taijiquan, für die chinesische Kultur und für unsere Schule war ein großer Erfolg.

Taijiquan-Schule on Tour

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Taijiquan-Schule on Tour
Taijiquan-Schule on Tour

Schon einige Male hat unser Üben am Sonntagmorgen im Freien an verschiedenen Plätzen im Kinzigtal stattgefunden. Die gute Atmosphäre der verschiedenen Orte und die rege Teilnahme der Schüler begeistern uns. Nach einigen Aufwärmübungen und dem Laufen der 85er-Form, übt und vertieft jede und jeder das, was er oder sie gerade möchte; sei es Fächer-, Säbel-, Stock- oder Handform. Es ist ein konzentriertes und frohes Miteinander. Wir freuen uns auf weitere Stunden unter freiem Himmel.

Qi Mei Gun Kurzstock

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Qi Mei Gun Kurzstock

Für diesen Ferien-Workshop treffen wir uns an allen drei Abenden in der Schneckenmatt in Gengenbach. Hier ist genug Platz, diese wunderbare Form zu lernen. Meister Yang Jian Chao hat sie entwickelt und sie letztes Jahr bei unserer Chinareise und seinem Aufenthalt im Herbst bei uns in Gengenbach unterrichtet. Nun zieht sie Kreise und findet weitere Schüler, die sie lernen wollen. Heinz Günter unterrichtet in großen Einheiten die Bewegungsabläufe und wir sind konzentriert bei der Sache. Da wir im Freien üben, zieht das einige Schaulustige an, die stehen bleiben und auch fotografieren oder nachfragen. Das alles erinnert mich dann schon ein bisschen an China und viele weitere schöne Erinnerungen werden wach. Der Workshop hat uns sehr viel Freude bereitet.

Fünfundzwanzig Jahre

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Heinz Günter Saemann

Liebe Freundinnen und Freunde des Taijiquan!

Seit meinem zwölften Lebensjahr interessiere ich mich für das Reich der Mitte, seine Menschen und seine Kultur. Vor neunundzwanzig Jahren kam ich mit seiner berühmten Kunst, dem Taijiquan, zum ersten Mal in Kontakt. Damals ahnte ich nicht, was ein Vierteljahrhundert lang folgen würde.

Von Anfang an beeindruckten und begeisterten mich die langsamen und fließenden Bewegungen. Im Jahr 1992 gründete ich die Taijiquan-Schule Ortenau mit anfänglich drei Schülern. Heute sind es mehr als hundert, die mit mir meine Begeisterung für das Taijiquan teilen. Bald wurde mir klar, dass es für einen Lehrer nicht ausreicht, vor einer Gruppe zu stehen und einzelne Bewegungsabläufe zu unterrichten. So bildete ich mich fort: Didaktik, Pädagogik und Psychologie. Ich lernte Taijiquan bei verschiedenen Lehrern und chinesischen Meistern. Ich studierte Schriften über chinesische Mythologie, Mystik und Philosophie. Mein Unterricht gewann an Struktur und Klarheit. Und dennoch fehlte etwas. Ich unterrichtete zu sehr mit meinem Verstand. Um es allen recht zu machen, hatte ich mich, hatte ich mein Herz vergessen. Die dann folgenden Jahre waren nicht nur mit der Kultivierung meines Taijiquan erfüllt, sondern auch damit, meine Stärken zu zeigen und meine Schwächen zu akzeptieren. In all diesen Jahren bin ich gewachsen und kann heute auf meine Schüler eingehen, ohne mich selbst zu verlieren. Ich konnte mich entfalten und freue mich auf alle weiteren Entwicklungen.

Mein Dank gilt meinen Lehrern und all den Menschen, die mir nahestehen. Danke für nächtelange Gespräche, die mich auf meinem Weg unterstützt haben und es weiterhin tun werden. Danke an meine Schüler, denn ohne sie wäre vieles anders geworden. Danke, Meister Yang Zhen He, in dem ich einen wunderbaren Lehrer gefunden habe.

Ich will noch viele Jahre unterrichten und jede Stunde soll vom Geist des Taijiquan erfüllt sein. In Johanna, meiner Frau, habe ich eine würdige Begleiterin gefunden, die den Weg des Taijiquan mit offenem Herzen in die Zukunft führen wird.

Bewegte Kunst

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Johanna Saemann und Großmeister Yang Zhen He

Als Johanna vor 10 Jahren ihre Begeisterung für das Taijiquan entdeckte, wurde daraus eine Liebe, die sich über die Jahre mehr und mehr festigte. Im August 2013 gründete sie das Bewegungsatelier Johanna Saemann. Sie verbindet die Kunst des Taijiquan mit den Bildenden Künsten des Ostens und des Westens. Kunst in Bewegung wird zur bewegenden Kunst. Immer wieder staune ich über die magischen Momente, die Johanna mir und unseren Schülern schenkt. Großmeister Yang Zhen He will bei seinen jährlichen Besuchen stets Johannas Arbeiten sehen und begleitet sie bei ihrer Entwicklung.

Johannas innerer Prozess hat sich nun auch im Äußeren manifestiert. Am 2. Juni 2017 erhielt Johanna ihre Anerkennung durch den Deutschen Dachverband für Qi Gong und Taijiquan als Ausbilderin für Taijiquan.

Auf diesem Wege will ich Johanna meinen tiefen Respekt für ihre wunderbare Arbeit zeigen und ihr herzlich gratulieren.

Johanna geht still ihren Weg; doch in dieser Stille liegt eine ungeheuere Kraft

Heinz Günter
im Juni des Feuerhahnes 2017

Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

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Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

Meister Yang ist wieder bei uns in Gengenbach. Und mit ihm kommt eine Fülle an Bewegung, an Informationen, Klarheit und an Freude. Er unterrichtet bei uns die acht Grundtechniken, Baya Wu Xing Gong, Schwert, die 85er-Handform und Tui Shou. Außerdem hält er wieder einen Vortrag über die fünf Wandlungsphasen im Taijiquan.

Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

Der Mann besitzt eine Präsenz, die bezwingend ist und durch die ganzen Seminare meine volle Aufmerksamkeit fordert. Ich lasse mich auf seine Weisungen ein, folge dem Auf und Ab seiner Stimmlage und werde so tief durch die einzelnen Bewegungsabschnitte gelotst. Yang Laoshe möchte die acht Grundtechniken und die fünf Schrittarten klar haben. Gewichtsverlagerungen müssen deutlich, die Körperaufrichtung korrekt sein. Und je länger wir üben, umso besser versteht der Körper das Öffnen und Schließen. Ich spüre, wie diese einfachen Grundlagen mich durch die verschiedenen Formen tragen. Mit der Zeit bekommt mein Körper mehr Raum, Bewegungen werden rund und fließend. Durch die Klarheit und die geraden Strukturen gelange ich zur Weichheit und Harmonie. Ich staune über die Beweglichkeit meines Körpers und über die vielfältigen Möglichkeiten.

Meister Yang sagt:

Ihr müsst euch klar machen, was ihr tut. Es geht nicht darum, ein Ziel zu setzten und das auf geradem Wege zu erreichen. Es geht um den Prozess, den Weg selbst dorthin. Die Bewegung in ihren Veränderungen klären, verstehen und ausführen. Nicht das fertige Bild ist wichtig, sondern seine Entstehung. Es gibt auch nicht nur einen Weg zum fertigen Bild. Entscheidend ist das Wie. Prozesse können sich verändern. Taijiquan ist ja auch nicht einfach Nachmachen, sondern eine Entwicklung des eigenen Potenzials.

Und so gibt er Einblicke in die geschichtlichen Veränderungen verschiedener Bewegungsabläufe, zeigt Varianten und zieht Vergleiche zu anderen Stilen des Taijiquan. Er gibt großzügig sein Wissen an uns weiter, und wer mitschreibt, staunt über die Flut an lehrreichen Informationen, die genauso ihre Wirkung entfalten wie sein herausragender Unterricht. Yang Laoshe lobt das hohe Niveau unserer Schüler und betont, dass hier, in der Taijiquan Schule Ortenau, ein reiner Geist weht, der zum Üben und Verweilen einlädt und dazu beiträgt, das Taijiquan in guter Form zu vermitteln.

Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

Ich bin voller Freude und auch Dankbarkeit, diesen Großmeister bei uns zu haben und von ihm lernen zu dürfen. Dankeschön auch an Thomas Strube und Faridah Jensch für ihre Übersetzungsarbeit. An euch Schüler für euer Kommen und die Bereitschaft zu lernen. An Heinz Günter, der unermüdlich und mit ganzem Herzen uns durch die Jahre begleitet, uns begeistert und unter anderem uns eben auch für diese Meisterseminare hervorragend vorbereitet.

Den Augenblick ergreifen

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Klangschalenmeditation

Lerne den Augenblick zu ergreifen! Schleiche dich nicht davon, fliehe nicht in die Wahngebilde der Vergangenheit oder der Zukunft. Sammle deinen Geist dort, wo du bist, mit einem für den Augenblick geschärften Bewusstsein. Dort ist es, wo wir sind. Es gibt keinen anderen Ort als hier.
Drukpa Rinpoche

Klangschalenmeditation

Eine Klangschalenmeditation erdet, harmonisiert und hilft uns, in der Gegenwart zu sein. Die Teilnehmer fühlen sich entspannt und gestärkt.

Verbundenheit

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Heinz Günter Saemann

Liebe Freundinnen und Freunde des Taijiquan!

Unermessliche Informationen überfluten uns. Immer und überall erreichbar zu sein verändert unser Leben rasant und macht es unruhig. Wir wissen nicht, wo uns der Kopf steht, haben den Eindruck, den Boden unter den Füßen zu verlieren, und fühlen uns wie eine leere Hülle. Ein harmonisches Sorgen für uns selbst und ein ausgewogenes Miteinander in der Schöpfung fällt uns schwer. Unsere Ängste, Erschöpfungszustände und Ich-Bezogenheit isolieren uns. Wir haben die Verbindung zu uns und der Schöpfung verloren. Wir entfernen uns von der Natur und unserer Natürlichkeit und schwingen nicht mehr im harmonischen Energiefeld zwischen Himmel und Erde.

Taijiquan zu praktizieren eröffnet ein Übungsfeld, mit uns und der Welt erneut in Verbindung zu treten und zu bleiben. Taijiquan basiert auf der Idee der sechs Harmonien, die oft mit den sechs Perlen des Taijiquan umschrieben werden. Das Prinzip »Alle Teile des Körpers werden miteinander verbunden und koordiniert« entfaltet die drei äußeren Harmonien. Das Prinzip der Verbundenheit von Rumpf und Extremitäten erzeugt eine Bewegungsharmonie, die von unserer Mitte gesteuert wird. Weiche und elastische Hüften ermöglichen die Einheit von unten und oben, rechts und links, vorwärts und rückwärts. Die drei inneren Harmonien verbinden den alles durchdringenden Geist mit der Vorstellungskraft und der Lebensenergie. Um die Bewegung in ihrer Fülle zu erleben, müssen wir sie aus der Mitte heraus wahrnehmen. Sich zu bewegen ist ein ganzheitlicher Prozess von Körper, Geist und Seele. Wir bewegen uns nicht nur, sondern bringen auch etwas in Bewegung. Eine harmonische Bewegung ist die Verbundenheit mit dem Außen und dem Innen, das Spüren der Erde und das Erahnen des Himmels.

In unserer Schule wollen wir Räume der Konzentration, des Lernens, Lehrens und der Stille öffnen, in denen es möglich ist, Perle für Perle auf eine Schnur zu fädeln und sich daran zu erfreuen. Wir wünschen euch, dass die Erde euch mit Leichtigkeit trägt und der Segen des Himmels euer Begleiter ist.

Die Geschichte vom Sämann

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Es war einmal ein Sämann, der liebte seine Arbeit sehr. Im Frühjahr bereitete er die fette schwarze Erde um die Samen hineinzulegen. Voller Freude im Herzen brachte er jährlich die Saat aus und mit Hingabe schaute er deren Wachstum zu. War es zu heiß, wässerte er die Pflanzen, war es zu feucht, zog er Gräben um die Felder. Er hegte und pflegte im Rhythmus der Zeit und die Saat ging auf, golden, reich und nährend. Der Sämann fühlte sich im Einklang und gesegnet und war zufrieden.

Zur Zeit der Ernte kam der Schnitter, um das Korn zu ernten und es zum Müller zu bringen, der wiederum Mehl daraus mahlte und es weitergab an den Bäcker. Die Menschen, welche dieses Brot aßen, waren satt und zufrieden. Sie waren voll des Lobes für den Bäcker und dessen köstliches Brot. Der Sämann hörte immer wieder davon und leise fing sein Verstand an zu arbeiten. Weiterlesen →