Verbundenheit

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Heinz Günter Saemann

Liebe Freundinnen und Freunde des Taijiquan!

Unermessliche Informationen überfluten uns. Immer und überall erreichbar zu sein verändert unser Leben rasant und macht es unruhig. Wir wissen nicht, wo uns der Kopf steht, haben den Eindruck, den Boden unter den Füßen zu verlieren, und fühlen uns wie eine leere Hülle. Ein harmonisches Sorgen für uns selbst und ein ausgewogenes Miteinander in der Schöpfung fällt uns schwer. Unsere Ängste, Erschöpfungszustände und Ich-Bezogenheit isolieren uns. Wir haben die Verbindung zu uns und der Schöpfung verloren. Wir entfernen uns von der Natur und unserer Natürlichkeit und schwingen nicht mehr im harmonischen Energiefeld zwischen Himmel und Erde.

Taijiquan zu praktizieren eröffnet ein Übungsfeld, mit uns und der Welt erneut in Verbindung zu treten und zu bleiben. Taijiquan basiert auf der Idee der sechs Harmonien, die oft mit den sechs Perlen des Taijiquan umschrieben werden. Das Prinzip »Alle Teile des Körpers werden miteinander verbunden und koordiniert« entfaltet die drei äußeren Harmonien. Das Prinzip der Verbundenheit von Rumpf und Extremitäten erzeugt eine Bewegungsharmonie, die von unserer Mitte gesteuert wird. Weiche und elastische Hüften ermöglichen die Einheit von unten und oben, rechts und links, vorwärts und rückwärts. Die drei inneren Harmonien verbinden den alles durchdringenden Geist mit der Vorstellungskraft und der Lebensenergie. Um die Bewegung in ihrer Fülle zu erleben, müssen wir sie aus der Mitte heraus wahrnehmen. Sich zu bewegen ist ein ganzheitlicher Prozess von Körper, Geist und Seele. Wir bewegen uns nicht nur, sondern bringen auch etwas in Bewegung. Eine harmonische Bewegung ist die Verbundenheit mit dem Außen und dem Innen, das Spüren der Erde und das Erahnen des Himmels.

In unserer Schule wollen wir Räume der Konzentration, des Lernens, Lehrens und der Stille öffnen, in denen es möglich ist, Perle für Perle auf eine Schnur zu fädeln und sich daran zu erfreuen. Wir wünschen euch, dass die Erde euch mit Leichtigkeit trägt und der Segen des Himmels euer Begleiter ist.

Die Geschichte vom Sämann

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Es war einmal ein Sämann, der liebte seine Arbeit sehr. Im Frühjahr bereitete er die fette schwarze Erde um die Samen hineinzulegen. Voller Freude im Herzen brachte er jährlich die Saat aus und mit Hingabe schaute er deren Wachstum zu. War es zu heiß, wässerte er die Pflanzen, war es zu feucht, zog er Gräben um die Felder. Er hegte und pflegte im Rhythmus der Zeit und die Saat ging auf, golden, reich und nährend. Der Sämann fühlte sich im Einklang und gesegnet und war zufrieden.

Zur Zeit der Ernte kam der Schnitter, um das Korn zu ernten und es zum Müller zu bringen, der wiederum Mehl daraus mahlte und es weitergab an den Bäcker. Die Menschen, welche dieses Brot aßen, waren satt und zufrieden. Sie waren voll des Lobes für den Bäcker und dessen köstliches Brot. Der Sämann hörte immer wieder davon und leise fing sein Verstand an zu arbeiten. Weiterlesen →

Eisblumen

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Ikebana

Eisblumen
Erinnerung an Kindertage
Könnte ich
noch einmal
mit den Augen
meines Herzens sehen

Klangschalenmeditation

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Klangschalenmeditation

Einfach nur sein und lauschen. Sich von den Klängen einhüllen lassen, entspannen und alle Gedanken ziehen lassen. Die Klangschalenmeditation unterstützt unseren Körper und den Geist, zur Ruhe zu kommen und Klarheit zu finden. Töne werden angeschlagen und finden Zugang zu unserem Inneren, zu unserem eigenen Ur-Ton. Dabei entstehen innere Bilder, die wir später zu Papier bringen. Leuchtend und voller Freude.

Klangschalenmeditation
Klangschalenmeditation
Klangschalenmeditation
Klangschalenmeditation

Schau und Staune

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Ikebana

Schau
mit den Augen deiner Kindheit
auf die Dinge dieser Zeit
Staune
über die Magie das Glück
den Reichtum
der sich dir dabei eröffnet

Der Wind

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Ikebana

Der Wind 
treibt die Wolken
übers Land
Treibt auch mich
durch die Flüchtigkeit des Lebens

Körper und Geist

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Heinz Günter Saemann

Seit langem beschäftigt mich beim Üben des Taijiquan das harmonische Miteinander von Körper und Geist. Die Fragen meiner Schüler zeigen mir, dass es auch bei vielen von ihnen ein immer wiederkehrendes Thema ist.

Wir wissen, dass das Üben des Taijiquan positiv auf den Körper und seine Funktionsabläufe wirkt. Die Muskeln werden gestärkt, Sehnen und Bänder sanft gedehnt, die Durchblutung wird gefördert. Durch den harmonischen Energiefluss wird die Funktion der inneren Organe gekräftigt. Die ruhige und tiefe Atmung führt zu einer vermehrten Sauerstoffaufnahme.

Immer wieder kommt es vor, dass Taijiquan mit dem Begriff »Sport« in Verbindung gebracht wird. Seit fast 30 Jahren übe und unterrichte ich Taijiquan und kann mit dieser Bezeichnung nichts anfangen. Natürlich stärken viele Sportarten den Körper und schulen den Willen. Den Willen zu siegen oder eine bestimmte Leistung zu erbringen. Doch was bleibt danach übrig? Die Kraft und die Anmut der Bewegungen scheinen plötzlich zu erstarren. Immer wieder beobachte ich diese Veränderung, wenn ich verschiedene Sportveranstaltungen verfolge. Eine rein körperliche Übungspraxis ohne harmonisches Zusammenwirken von Geist und Körper macht starr und wirkt auf die Dauer erschöpfend.

Im Gegensatz dazu sehe ich im Taijiquan eine Bewegungssystem, das es mir ermöglicht, nicht nur den Körper zu kräftigen, sondern auch meinen Geist zu kultivieren. Nicht umsonst wird Taijiquan seit Alters her zu den Künsten gezählt. Weiterlesen →

Schon lange nicht mehr

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Ikebana

Schon lange nicht mehr
kann ich in Muße in den Bergen wandern
Der alte Holzsammler
geht aufrechter als ich
Es ist als ob er mit den Kranichen fliegt
Was ist bloß los mit mir?