Kado – Der Weg der Blumen

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Ikebana

In den Formen
erkenne ich das Formlose
ungebunden und frei
Der Gong ruft mich zum Gebet
ohne Ton
Stille umgibt mich
Der Bergtempel zerfällt
Gras wächst in seinen Hallen
Ein Ort für das Namenlose

Ikebana
Ikebana
Ikebana

Kado – »Der Weg der Blumen« –, auch als Ikebana bekannt, entwickelte sich von einem Blumenopfer in buddhistischen Tempeln des Zen zur Kunst des Blumenarrangierens mit dem Ziel, Ruhe, Harmonie und geistige Konzentration zu finden. Für mich ist Ikebana auch eine daoistische Kunst. Die Harmonie der beiden Energien Yin und Yang, die immerwährend schöpferisch tätig sind, spiegelt sich in der Natur und allen Erscheinungsformen wider. Diese Harmonie versuche ich in einem Arrangement auszudrücken. Die Kunst des Ikebana besteht darin, in und mit der Schöpfung zu leben. Naturbeobachtung und das Erkennen, dass Blumen, Büsche, Sträucher, Bäume – seien sie sich auf den ersten Blick gleich – doch jede für sich ihre ihnen eigene, individuelle Energie ausstrahlen. Ikebana und Taiji helfen mir, die Schöpfung zu verstehen und ihre Dynamik immer wieder zu erleben. Eine Ikebana-Zeremonie ist, wie die Taiji-Form, ein Übungsweg, der zum Formlosen führt.

Dankbarkeit

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Ikebana

Dankbarkeit
Namenlos bist Du
und dennoch trägst Du alle Namen in Dir
Formenlos
und doch Mutter aller Formen
Nicht sichtbar wirkst Du in Allem
Ich bin berauscht
von Leben
satt und voller Farben
Dir singe ich mein Lied
Nie bist Du mir fern
schenkst mir die glücklichsten Stunden
lehrst mich den Weg
Ich bin verbunden mit Dir
Ewig
Danke für das Wunder
meines Lebens

Meine Pinselstriche

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Ikebana

Meine Pinselstriche
sehen mal wieder
wie soll ich es beschreiben
nicht schön
nicht vollendet
nicht stilvoll aus
Ach was
ich lasse das nicht
einfach weg
und bin zufrieden mit mir

Schattenwelten

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Ikebana

Schattenwelten
Dunkel Tiefgründig Kinder der Erde
geboren aus Licht
drängen aus nebligen Tälern
in die Herzen
mit denen sie
seit Urzeiten verbunden sind
Nicht gut und nicht böse
wissen sie
um die Harmonie
zwischen Himmel und Erde

Es stürmt

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Ikebana

Es stürmt

Wind in den Bäumen
Mein Herz in ihrem Geäst
schwingt

Im Glashaus

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Ikebana

Im Glashaus hängt Perlenstaub
Goldene Aussichten für das Leben
Ich bin nicht da um perfekt zu sein
Carpe Diem
Ich bin da um da zu sein

Manche sagen

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Ikebana

Manche sagen
meine Verse sind schwer
Voller Wehmut
Manchmal ohne Hoffnung
Ich gebe mir nun wirklich Mühe
ab und zu Honig von meinen Lippen tropfen zu lassen
Da fällt mir ein
Ich bin keine Biene
Oh je

Sich begegnen

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Ikebana

Sich begegnen
Immer wieder neu
eine Ebene finden und Worte
Sich zu wenden
Zum anderen zu sich selbst
Und immer und immer mit offenem Herz

Fortschritt

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Ikebana

Fortschritt
Wohin schreiten wir fort
Manche sagen in die Zukunft
Das Geflimmer unserer Apparate
treibt uns vorwärts
Ein Sklavenheer
auf einem kalten Planeten
Gepeitschte Seelen
sehnen sich nach Licht

Mit dem Freund

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Ikebana

Mit dem Freund
einen Zweig Rosmarin schneiden
Duft und Worte und Lachen
Dann Schweigen
Einer fehlt
Ist schon gegangen
zur Insel der Unsterblichen