Wenn sich uns ein Raum öffnet
Johanna Saemann
in dem eine noch stillere Tiefe liegt
so sollten wir das Lauschen nicht vergessen
Vielleicht schenkt der nächste Herzschlag schon
ein neues heiliges Wort
Raunächte
Einatmen und Tanzen
Johanna Saemann
zwischen Gewesen sein und Werden
Einen Moment
uns als Wunder begreifen:
Sternenstaub Licht und Liebe in Materie
Die Ahnenlinie entlang blicken
Namen nennen
Verschmelzen mit Zeit und Raum
Unsere Träume verstehen
Unsere Lieder singen
Trauer beweinen
Zeichen des Lebens lesen
Räuchern
Ausatmen
Die letzten Tage des Jahres
Ich umarme
Johanna Saemann
die letzten Tage des Jahres
Grau und kalt
sind sie jetzt doch geworden
Landschaften zerfallen im Nebel
Mein Inneres zerfällt auch
Und manchmal ist mein Herz so leise
als wäre ich mir selbst verloren gegangen
Und doch
heiße ich es willkommen
weiß ich doch
dass es genau das braucht
um etwas oder jemandem entgegenzuträumen
Bewege dich langsam
Bewege dich langsam
Johanna Saemann
Stehe manchmal still
Lass das drängende
Wollen und Meinen-Müssen
in dir los
In der Stille wirst du visionär
für deinen Herzensweg
für das was deine Seele braucht
Hingabe
Du lebst dich in das Leben hinein
Johanna Saemann
gibst dich hin
wächst an ihm
mit ihm
und schließlich
über es hinaus
Lebst dich aus dem Leben
in die andere Welt hinüber
die da wartet
Das Leben möchte dich lieben
in all seinen Erscheinungsformen
Möchtest du dich hingeben?
Gleichzeitig
Manchmal siehst du
Johanna Saemann
deine Zerbrechlichkeit
der Heftigkeit des Lebens
gegenüberstehen
und du möchtest verzweifeln
In dieser Spannung
liegt gleichzeitig das Versprechen
des Lebens an dich selbst
dir beim Wachsen zu helfen