Die Buden sind aufgebaut
Heinz Günter Saemann
Die Regale sind bestückt
Jetzt können sie kommen
die Besucher
Wie jedes Jahr
werden sich die Lichter in ihren Augen spiegeln
Je später der Abend
desto mehr glühen die Wangen vom billigen Glühwein
Doch In manchen Herzen leuchtet ein seltsames Licht
Es kündet davon
dass diese Zeit etwas Besonderes ist
eine heilige Zeit
eine Zeit der Ruhe und Besinnung
eine Zeit der Hoffnung
dass endlich Frieden einkehre in unsere Herzen
Lasst uns einen anderen Advent feiern
Verloren
Kennst du diesen Schmerz
Heinz Günter Saemann
der dir dein Herz zu zerreißen droht
Langsam fast unmerklich kam er zu dir
In deinen Träumen flüstert er
»Ich bin da«
Du willst ihn nicht
willst
dass er geht
verlierst dich in wirren Gedanken
Frag ihn
wer er ist
und er wird dir antworten
»Ich bin dein Freund
damit du erkennst
wer du bist«
Mein kleines Glück
Der Herbst
Heinz Günter Saemann
wirft sein buntes Kleid über das Land
Kastanien sammeln
Der Geruch der Kartoffelfeuer
Raschelndes Laub unter Kinderfüßen
Erinnerungen aus Kindertagen
leuchten golden aus der Vergangenheit
Jetzt im Herbst meines Lebens
sind sie mein kleines Glück
aufbewahrt in der Schatzkammer meines Herzens
Frieden
Frieden wünsche ich mir
Heinz Günter Saemann
einen Frieden
der mich erfüllt
mir Hoffnung schenkt
mich immer umgibt
Ich wünsche ihn mir und dir
Möge er ein Licht sein
auf unseren Wegen
Erinnerungen
In meinen Erinnerungen
Heinz Günter Saemann
atmen die vergangenen Zeiten
Feuer wärmend und manchmal brennend
Augenblicke von Werden und Vergehen
Ein ewiger Kreislauf
Geschenktes Leben
Heilig seit Anbeginn
Schatten verändern sich im Licht
atmen Leben aus fruchtbarer Asche
Erinnerungen
Licht und Schatten
liebend und mahnend
Und die Welt geht vornehm unter
Die Wälder atmen noch
Heinz Günter Saemann
Regen tropft von den Blättern
versickert in durstiger Erde
Gletscher schmelzen
in den Dörfern versiegen die Brunnen
Selbst mit einstürzenden Bergen
wird noch Gewinn gemacht
Und die Welt geht vornehm unter





