Der Herbst
Heinz Günter Saemann
wirft sein buntes Kleid über das Land
Kastanien sammeln
Der Geruch der Kartoffelfeuer
Raschelndes Laub unter Kinderfüßen
Erinnerungen aus Kindertagen
leuchten golden aus der Vergangenheit
Jetzt im Herbst meines Lebens
sind sie mein kleines Glück
aufbewahrt in der Schatzkammer meines Herzens
Frieden
Frieden wünsche ich mir
Heinz Günter Saemann
einen Frieden
der mich erfüllt
mir Hoffnung schenkt
mich immer umgibt
Ich wünsche ihn mir und dir
Möge er ein Licht sein
auf unseren Wegen
Erinnerungen
In meinen Erinnerungen
Heinz Günter Saemann
atmen die vergangenen Zeiten
Feuer wärmend und manchmal brennend
Augenblicke von Werden und Vergehen
Ein ewiger Kreislauf
Geschenktes Leben
Heilig seit Anbeginn
Schatten verändern sich im Licht
atmen Leben aus fruchtbarer Asche
Erinnerungen
Licht und Schatten
liebend und mahnend
Und die Welt geht vornehm unter
Die Wälder atmen noch
Heinz Günter Saemann
Regen tropft von den Blättern
versickert in durstiger Erde
Gletscher schmelzen
in den Dörfern versiegen die Brunnen
Selbst mit einstürzenden Bergen
wird noch Gewinn gemacht
Und die Welt geht vornehm unter
Ausgleichung
Da wird geredet
Heinz Günter Saemann
von Balance
Innen und Außen
Doch immer wieder schlägt das Pendel
mal dahin mal dorthin
Auf den Zehenspitzen stehen
verbunden mit Himmel und Erde
den Atem sinken lassen
durchlässig werden für die Unbegrenztheit des Augenblickes
Ausgleichung
Die Propheten schweigen und Phrasendrescherei verstummt
Reiher
Die Reiher
Heinz Günter Saemann
bauen auf den Bäumen am Flussufer ihre Nester
Noch beobachten sie neugierig die Fische
doch das große Jagen wird bald beginnen
Schließlich müssen hungrige Mäuler gestopft werden





