Die Luft
Heinz Günter Saemann
riecht golden
Das Frühjahr
das Werden
die Hoffnung
das Licht einatmen
Die Sorgen
die Furcht
die Verletzungen ausatmen
Bis ein goldener Schimmer sich auf die Haut legt
Wissend und dankbar
ein Teil der Schöpfung zu sein
Beiträge
Achtsamkeitskärtchen
Worte können uns inspirieren, ermutigen, erinnern und unsere Seele ansprechen. Eigene Achtsamkeitskärtchen herzustellen ist einfach, und es braucht dazu nicht viel. Wenn sie fertig sind und ihren Platz gefunden haben, ermöglichen sie im Alltag Momente der Klarheit, Ruhe und Freude. Ich mag solche Karten und gerade in dieser Zeit tun sie mir besonders gut, wenn ich im Vorbeigehen einen Blick auf sie werfe.
Material: Papier oder Karton, Schere, Farben (hier Buntstifte und Aquarellfarben), Pinsel, optional: Lackstift, Marker, Permanentstift
- Male ein Papier nach Lust und Laune bunt an. Denke nicht über Formen und Farben nach. Lass die Farben ineinander fließen, übermale, kritzle, fühle dich frei. Komm einfach ins Tun.
- Schneide das Papier in Kärtchen unterschiedlicher Größen.
- Überlege dir, welche Worte du dir selbst übermitteln willst, welche dich motivieren, oder innehalten lassen, dir Kraft geben. Beschrifte die Karten mit dem Lackstift, Marker oder Pinsel.
- Finde einen Platz, wo die Karten angebracht oder aufgestellt werden können, sodass du sie immer wieder vor Augen hast.
Das hier darfst du als Impuls verstehen. Natürlich gibt es Unmengen von Möglichkeiten, solche Karten herzustellen. Übers Tun kommen dir vielleicht weitere Ideen. Dann folge ihnen.
Viel Freude und Kraft damit!
Johanna Saemann
Der Bauer aus Song
Ich möchte Euch eine Geschichte erzählen. Sie stammt von Menzius, einem konfuzianischen Philosophen:
Ein Bauer aus Song ging auf sein Getreidefeld, dessen Saat gerade aufgegangen war. Da kam er auf die Idee, dem Getreide beim Wachsen zu helfen, und zog an den Sprösslingen. Müde kam er vom Feld zurück und erzählte seinem Sohn von seiner Arbeit. Entsetzt lief der Sohn aufs Feld und sah, dass alle Sprösslinge verdorrt waren.
Alles braucht seine Zeit, zum Wachsen und zum Heranreifen, um sich seinem Wesen entsprechend entfalten zu können. Menschlichkeit, Güte und Mitgefühl sind nach Meinung von Menzius seit Geburt in uns angelegt. Sie brauchen Zeit, um Früchte zu tragen. »Du musst Gas geben!«, wie oft habe ich diesen Satz schon gehört. Gas geben, warum und wozu? Mehr Wachstum, immer höhere Erträge, zu jeder Zeit und an jedem Ort erreichbar zu sein, haben unsere Herzen in Maschinenherzen verwandelt. Wir sollten unseren Herzen erlauben, nichts zu erzwingen, sondern Innenschau zu halten, still zu sein, ohne dabei gleichgültig zu werden. Finden wir wieder den Kontakt zu unserem Herzen, dann werden wir die Schönheit der Schöpfung erkennen. Wir werden erfahren, dass Wachstum freie Räume aber auch Ruhephasen braucht und nicht unaufhörlich fortschreitet. Die Fixierung von Mensch und Natur auf ihren Nutzen degradiert sie zu einem Objekt, das beliebig zu gebrauchen ist. Wenn wir unser Herz wieder spüren, brauchen wir uns nicht mehr hinter Geltungsbedürfnis und ein »Mehr sein wollen« zu verstecken.
Ein gesundes, dem Wesen eines Jeden entsprechendes Wachstum können wir in der Kunst des Taijiquan lernen. Wir üben die Einfachheit und die Natürlichkeit, wir beschäftigen uns mit einer Kunst, deren Ziel die Harmonie ist. Die Harmonie zwischen Himmel und Erde und uns.
Hören wir auf, so zu sein wie der Bauer aus Song. Geben wir uns Zeit für unser inneres und äußeres Wachstum, denn Alles braucht seine Zeit
Heinz Günter Saemann
Die Form der 10 Bewegungen
Ich habe eine kleine Form aus 10 Bewegungen entwickelt. Die Abläufe sind euch allen aus der 38er- und 85er-Handform bekannt. Ihr könnt direkt mitlaufen, braucht wenig Platz und werdet sie nach kurzer Zeit schon können.
Viel Freude damit!
Heinz Günter Saemann
Am Morgen
Am Morgen
Heinz Günter Saemann
wenn die ersten Sonnenstrahlen
auf dem Fluss tanzen
strecken die Forellen
ihre Köpfchen gegen den Strom
flitzen mal dahin mal dorthin
Neugierig beäugt vom Reiher
sind sie dennoch voller Lebensfreude
auch diejenigen
die mit dem Strom schwimmen
verschmäht er nicht






