Du beginnst leise und im Kleinen
Johanna Saemann
deinem Leben Neues zu geben
Pionier deiner selbst
entdeckst du Wege Richtungen Weiten
und du gehst und schaust und belebst das Neue
Und das Glück zwinkert dir zu
weil du einfach angefangen hast
Leise und im Kleinen
Beiträge
Zwiegespräch
Zwiegespräch halten
Johanna Saemann
mit den ungeborenen Dingen
um Gewissheit zu erlangen
Inneren Frieden
Räume öffnen
Liebe Freundinnen und Freunde des Taijiquan!
Manchmal werden uns die inneren und äußeren Räume, in denen wir leben, zu eng. Wir spüren eine tiefe Unzufriedenheit und eine Leere in uns. Plötzlich ist da die Frage: »Was wäre wenn?« Wünsche und Fantasien werden wach. Wir träumen uns in ferne Länder, wünschen uns eine andere Arbeit, mehr Geld, eine Partnerschaft, die uns glücklich macht, mehr Zufriedenheit. Wir wollen der Enge entfliehen.
Einige glauben, ihr Glück in materiellen Dingen zu finden, in der Anhäufung von noch mehr Wissen, oder sie suchen den letzten ultimativen Kick. Andere geben auf und erkranken an der Enge und der Leere. Sie sehen zwar die Tür, die sie in neue Räume führen könnte, doch sie bleibt verschlossen. Das Neue, Unbekannte ängstigt uns. Wir wissen nicht, was uns erwartet.
Kommen wir auf die Welt, tragen wir alle Anlagen, die wir für ein zufriedenes Leben brauchen, bereits in uns, verborgen in unseren inneren Räumen. Sie wollen gefunden, geöffnet werden. Dieser Schritt erfordert Mut und Vertrauen in unsere innere Kraft, die seit Anbeginn in uns ist. Wenn wir diesen Schritt tun, werden wir kein neues Leben vorfinden, sondern unser Dasein in einer neuen Qualität erleben. Altes und Verbrauchtes können wir ohne Groll loslassen, unser inneres Potenzial entfalten, und wie spielende Kinder Neues entdecken, in der Gewissheit, dass es gut ist.
Die Grundlagen des Taijiquan liegen nicht nur auf dem Bewegungsablauf der Formen, sondern vor allem in den inneren Qualitäten der Bewegungen. Ein Verständnis davon erhalten wir durch das Tun. Wir fühlen uns mit dem Himmel und der Erde verbunden, spüren das Fließen der sich ergänzenden Energien und entdecken unser inneres Potenzial, das uns ermutigt, äußere und innere Räume zu öffnen. Ein Erleben, das nicht mit Sprache ausschließlich zu vermitteln ist.
Wir wünschen euch, immer wieder Räume zu entdecken, den Mut und die Neugier, sie zu betreten, und ein Kinderherz, das auf den Wolken reitet.
Heinz Günter Saemann und Johanna Saemann
Die kleine Maus
Die kleine Maus
Heinz Günter Saemann
in meiner Schule
war mir eine Lehrmeisterin
Jetzt liegt sie einsam
zwischen zwei Wänden
und stinkt zum Himmel
Wie könnte ich
es ihr übelnehmen
unterweist sie mich
doch ein letzten Mal
Tuina-Workshop mit Axel Sareika
Unter dem Aspekt der kulturellen Vielfalt laden wir Axel Sareika in die Taijiquan-Schule ein, der uns die Tuina-Therapie vorstellt. Neun Massageliegen und sechzehn wissbegierige Teilnehmerinnen und Teilnehmer füllen den Raum. Nach Lockerungsübungen, durch Johanna angeleitet und einer kurzen theoretischen Einführung von Axel, geht es auch gleich ganz praktisch zur Sache. Axel Sareika zeigt uns verschiedene Grundtechniken dieser manuellen Behandlungsform, die jeder Teilnehmer an seinem Partner übt. Wie auch im Taijiquan geht es um den richtigen Stand, eine korrekte Ausführung der Bewegungen und die Achtsamkeit, mit der man diese ausführt. Außerdem ist es ein Wechselspiel von Yin und Yang. Jede und jeder ist mal aktiv, indem er oder sie die chinesische Massagetechnik ausprobiert und dann wieder passiv, indem er oder sie in den Genuss der Anwendung kommt.
Axel und Beate Sareika, die ebenfalls ausgebildete Tuina-Therapeutin ist, sind ständig präsent, korrigieren, geben Hilfestellung und beantworten Fragen. Nach der Pause beginnen wir mit einer Qi-Gong-Übung, angeleitet durch Heinz Günter zur ganzheitlichen Körperwahrnehmung. Danach folgen nochmals einige Techniken des Tuina. Die Zeit vergeht wie im Flug und es macht unglaublich viel Freude. Wir bedanken uns bei Axel Sareika für seine wunderbare Arbeit und die ausgezeichnete Vermittlung seines Könnens. Auch bei Beate für ihre herzliche Unterstützung.
Im Nachklang zu diesem Seminar kommt mir ein Gedanke. Während ich Axel und Heinz Günter beobachtet habe, ist mir eine Ähnlichkeit zwischen den beiden aufgefallen. Beide Männer haben Lebenserfahrung, die sie geformt hat, und beide gehen seit vielen Jahren in ihrem Beruf hingebungsvoll den Weg der Selbstständigkeit. Sie bilden sich fort, vertiefen ihr Wissen, entwickeln sich weiter, begegnen und begleiten viele Menschen. Immer auch mit einer Herzenswärme für die, die zu ihnen kommen. Mit großem Engagement teilen sie ihr Wissen und Können und sind immer bereit es anderen Menschen zugänglich zu machen. Das ist berührend und so wertvoll gerade in der heutigen Zeit. Auch deshalb bin ich froh und dankbar für die Zusammenarbeit, fürs Teilhaben und den Austausch. Und dass es auf diese Art auch möglich ist, den Schülerinnen und Schülern der Taijiquan-Schule andere Aspekte der chinesischen Kultur näher zu bringen.
Johanna Saemann







