Auf dem großen Jahrmarkt der Eitelkeiten
Heinz Günter Saemann
ist es mal wieder laut wie schon lange nicht mehr
Die Marktschreier überbieten sich gegenseitig
Sie versprechen wie immer goldene Zeiten
mit Wachstum und Wohlstand
Das Volk spitzt die Ohren
nickt hoffnungsvoll mit leuchtenden Augen
Alles wird neu, größer, besser, schöner
Licht und Schatten lösen sich auf
Übrig bleibt ein schattenloses Grau
das sich auf die Erde legt
Doch irgendwoher leuchtet ein Licht
aus der Stille geboren
sanft, voller Güte und Liebe
Es war, ist und wird immer sein
Der Jahrmarkt löst sich auf
Ikebana
Die Herzen von Heinz Günter Saemann und Johanna Saemann schlagen nicht nur für die chinesische Kunst der Bewegung, sondern auch für die japanische Kunst des Ikebana, der wörtlich »lebenden Blumen«. Fast jede Woche gibt es hier einen neuen Blogbeitrag mit Ikebana und einem Impuls dazu.
Ich wähle
Ich wähle
die Berührbarkeit
jene unmittelbare
von Wesen zu Wesen
Die Kraft tiefer Begegnung
welche Bewegung bringtIch wähle nicht die Härte
welche die Welt scheinbar fordert
gegen mich und andere
um zu bestehenLetztlich sind wir
Johanna Saemann
alle Sterbende
seit Beginn unserer Geburt
im Fluss des Lebens
Stunden
Stunden fluten den Alltag
Johanna Saemann
Sie drängen nach Stille
im Lärm der Welt
und suchen nach Grund
Ebbe wäre sinnvoll
Dann könnte ich
meinen Herzschlag
in den Sand zeichnen
Und ich möchte dies
Und ich möchte dies:
Johanna Saemann
Atem und Licht
bis ins Kleinste
Bewegung und Begegnung
die schwingt
Farbe und Form
in Vollendung
Und Bündigeres
Einfacheres im Sein
möchte ich auch
Schritt für Schritt gehe ich
am Rand der Dinge entlang
bis sie zur Mitte werden
Zeit
Zeit
Heinz Günter Saemann
Zeitenstrom
Tage Wochen Monate Jahre
kein Anfang
kein Ende
belanglos sind Werden und Vergehen
ein stetes Fließen
absichtloses Strömen
Wir
der Flügelschlag eines Schmetterlings
Ein Stern
Licht macht sich auf
Johanna Saemann
Von mir zu dir
Vom Himmel zur Erde
Erleuchtet Raum für
vertrauensvolles Sein





