Gelassen streicht der Tiger
Heinz Günter Saemann
durch sein Reich in den Bergen
In den Tempeln üben die Mönche Gleichmut
rezitieren die Sutren schön früh am Morgen
Ruhe und innerer Frieden
erfüllt das Herz des Einsiedlers auf dem Gipfel
Und ich
Ich sitze in meiner Hütte
Das Bein schmerzt
Mein Gejammer weckt meine Frau
Früh stehe ich auf
um die hungrigen Mäuler
von Frau und Kinder zu stopfen
Die Schulden
erdrücken mich fast
Der König quält sein Volk und lässt es hungern
Wie soll ich da Ruhe und inneren Frieden finden
Trotzdem ist das Leben schön
und ich bin der Tiger
ein Mönch
und der Einsiedler
Die Geschichte mit dem König
wird sich bald selbst erledigen
Ikebana
Die Herzen von Heinz Günter Saemann und Johanna Saemann schlagen nicht nur für die chinesische Kunst der Bewegung, sondern auch für die japanische Kunst des Ikebana, der wörtlich »lebenden Blumen«. Fast jede Woche gibt es hier einen neuen Blogbeitrag mit Ikebana und einem Impuls dazu.
Ich lege mich in dieses Gelb
Ich lege mich in dieses Gelb
Johanna Saemann
Freudig Hell Reif
Sonnenblumenbad
Mit allen Sinnen
Leuchte mein Herz
Hinter dir
Hinter dir
Johanna Saemann
im Unsichtbaren
stehen unendlich viele
Sie wachen über dich
singen dir Lieder
flüstern die Worte deines Seins
Und halten dich
wann immer du es brauchst
Wege sind vielfältig
Wege sind vielfältig
Johanna Saemann
wir die sie gehen
manchmal einfältig
Das Leben strebt immer
nach Vollkommenheit
Einheit
Manches lässt uns straucheln
doch nur um uns zu erinnern
immer Herz und Augen
offen zu halten
Seit Tagen
Seit Tagen
Heinz Günter Saemann
schwinge ich den Stock
Stoßen Abwehren Drücken
Jetzt tut mir vor lauter Ehrgeiz
das Kreuz weh
Vor der Schule
blüht der Kirschbaum
Über mein Gejammer
lacht er nur
Zeichen des Lebens
Zeichen des Lebens
Johanna Saemann
Ich tanze euch entgegen
Eure Gegenwart ist mir nicht mehr fremd
Ihr umspannt mich
in einem Hoffnungsbogen
immerzu bereit
euch mir zu offenbaren
Ich folge und so schreibt sich
meine Lebensgeschichte





