Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

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Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

Die Einheit suchen
von Himmel und Erde
Das Herz öffnen und zur
Ruhe kommen

Ihr übt nun den Geist das Herz und das Qi
Meister Yang

Yang Laoshe schlägt eine Brücke zwischen den äußeren und den inneren Harmonien im Taijiquan. Er unterrichtet und korrigiert nicht mehr die bloßen Bewegungsabläufe, sondern führt uns nach innen. Hin zum Energiefluss, zur Mitte, zur bewegten Form. Er vermittelt die Wichtigkeit von Atem und Blick für die Bewegungen, deren Sinn unter anderem auch ist, uns zu einer aufrechten Körperstruktur zu verhelfen und die Bewegungsabläufe in Fluss zu halten. Großen Wert legt er auch auf die Yin-Energie, deren Qualität und Wichtigkeit er immer wieder deutlich hervorhebt. Ohne Yin – Absinken, Komprimieren, Nach-Innen-Gehen, Weich-Werden – können wir die Kraft des Yang nicht entfalten. Durch Meister Yangs Unterricht wird man geführt, man folgt einfach. Seiner Stimme, die durch die Bewegungen trägt, seiner Klarheit und tiefe, welche sein Taijiquan auszeichnen. Die Aufmerksamkeit und Konzentration der Teilnehmer ist groß. Genauso wie die Freude, von ihm lernen zu dürfen.

Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

»Das ist nichts für Anfänger, ihr seid schon ein Stück weiter auf eurem Weg des Kung Fu. An dieser Schule hier kann ich unterrichten wie in China. Ihr habt ein sehr hohes Niveau«, freut sich Meister Yang. Er gibt sein Wissen in Fülle und Klarheit weiter und begeistert uns restlos. 38er- und 85er-Handform, Schwert oder Bafa Wu Xing Gong – in allen Kursen geht es ihm um die lebendigen Bewegungen, um unsere Intension, um die Einheit von Himmel, Erde und Mensch. Diese Einheit können wir im Taijiquan erleben, üben und vertiefen. Dank Meister Yang, an solchen intensiven Meistertagen, Dank Heinz Günter, über das ganze Jahr verteilt. Alles, was wir mitbringen müssen, ist ein offenes Herz und die Bereitschaft, es zu wollen.

Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

Wir bedanken uns von Herzen bei Meister Yang für seinen tiefgreifenden Unterricht. Bei Thomas Strube für eine hervorragende Übersetzung. Hervorzuheben ist auch seine ausgezeichnete Übersetzung des gutbesuchten Vortrages, den Meister Yang über die acht Fausttechniken und ihren Bezug zum Bagua hält. Bei Marco Durach, ebenfalls für eine wunderbare Übersetzung. Bei euch Teilnehmern, auch denen, die von weit extra angereist sind, bei unseren Schülern, für die Begeisterung und das Dabeisein. Möge der Impuls, den Meister Yang gesetzt hat uns durchs Jahr tragen!

Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

Auch Meisterin Yang Li Fen gibt einen Kurs. Sie unterrichtet die von ihr entwickelte Fächerform. Diese stärkt durch hohe und tiefe Stellungen die Beine, öffnet die Leisten und trainiert durch das wiederholte Öffnen und Schließen des Fächers die Finger, Hände und Handgelenke. Durch das harmonische Miteinander der Arme und des ganzen Körpers, wird die Balance von Yin und Yang gefördert. Yang Li Fen unterrichtet in einem hohen Tempo und alle Teilnehmer sind sowohl körperlich als auch von ihrer Konzentration her sehr gefordert. Dieser Kurs läuft ohne Dolmetscher, was eine gute Erfahrung ist. Wir müssen genau hinsehen und uns immer wieder selbst korrigieren. Außerdem gibt Meisterin Yang Li Fen an der Kunstschule, für die Studenten des Orientierungsjahres, einen dreistündigen Einblick in die Vielfalt des Taijiquan. Auch hier bedanken wir uns bei Meisterin Yang Li Fen für ihren großartigen Unterricht und bei allen Teilnehmern.

Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

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Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

Meister Yang ist wieder bei uns in Gengenbach. Und mit ihm kommt eine Fülle an Bewegung, an Informationen, Klarheit und an Freude. Er unterrichtet bei uns die acht Grundtechniken, Baya Wu Xing Gong, Schwert, die 85er-Handform und Tui Shou. Außerdem hält er wieder einen Vortrag über die fünf Wandlungsphasen im Taijiquan.

Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

Der Mann besitzt eine Präsenz, die bezwingend ist und durch die ganzen Seminare meine volle Aufmerksamkeit fordert. Ich lasse mich auf seine Weisungen ein, folge dem Auf und Ab seiner Stimmlage und werde so tief durch die einzelnen Bewegungsabschnitte gelotst. Yang Laoshe möchte die acht Grundtechniken und die fünf Schrittarten klar haben. Gewichtsverlagerungen müssen deutlich, die Körperaufrichtung korrekt sein. Und je länger wir üben, umso besser versteht der Körper das Öffnen und Schließen. Ich spüre, wie diese einfachen Grundlagen mich durch die verschiedenen Formen tragen. Mit der Zeit bekommt mein Körper mehr Raum, Bewegungen werden rund und fließend. Durch die Klarheit und die geraden Strukturen gelange ich zur Weichheit und Harmonie. Ich staune über die Beweglichkeit meines Körpers und über die vielfältigen Möglichkeiten.

Meister Yang sagt:

Ihr müsst euch klar machen, was ihr tut. Es geht nicht darum, ein Ziel zu setzten und das auf geradem Wege zu erreichen. Es geht um den Prozess, den Weg selbst dorthin. Die Bewegung in ihren Veränderungen klären, verstehen und ausführen. Nicht das fertige Bild ist wichtig, sondern seine Entstehung. Es gibt auch nicht nur einen Weg zum fertigen Bild. Entscheidend ist das Wie. Prozesse können sich verändern. Taijiquan ist ja auch nicht einfach Nachmachen, sondern eine Entwicklung des eigenen Potenzials.

Und so gibt er Einblicke in die geschichtlichen Veränderungen verschiedener Bewegungsabläufe, zeigt Varianten und zieht Vergleiche zu anderen Stilen des Taijiquan. Er gibt großzügig sein Wissen an uns weiter, und wer mitschreibt, staunt über die Flut an lehrreichen Informationen, die genauso ihre Wirkung entfalten wie sein herausragender Unterricht. Yang Laoshe lobt das hohe Niveau unserer Schüler und betont, dass hier, in der Taijiquan Schule Ortenau, ein reiner Geist weht, der zum Üben und Verweilen einlädt und dazu beiträgt, das Taijiquan in guter Form zu vermitteln.

Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

Ich bin voller Freude und auch Dankbarkeit, diesen Großmeister bei uns zu haben und von ihm lernen zu dürfen. Dankeschön auch an Thomas Strube und Faridah Jensch für ihre Übersetzungsarbeit. An euch Schüler für euer Kommen und die Bereitschaft zu lernen. An Heinz Günter, der unermüdlich und mit ganzem Herzen uns durch die Jahre begleitet, uns begeistert und unter anderem uns eben auch für diese Meisterseminare hervorragend vorbereitet.

Chinareise 2016

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Gengenbach – Frankfurt – Peking – Tai Hang Shan
Guanfu – Peking – Frankfurt – Gengenbach

Was wir im Herzen tragen.

Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016

Uns auf den Weg machen nach China. Fliegen. Ankommen. Yang Jian sehen. Unterwegs sein im Reich der Mitte. In die Berge fahren. Unterkunft beziehen in der Tempelanlage. Die Farben: Rot, Gelb, Grün, Blau und Gold. So intensiv und leuchtend und kraftvoll. Yang Jians Stockform lernen. Berge besteigen, die Perspektive wechseln und Aussichten genießen. Die Vielfalt in der Natur, der Geruch der Pflanzen und der Erde. Der Aufstieg zum Tempel von Nüwa in den Bergen. Ein Gebet des Dankes. Ein Raucherstäbchen anzünden. Eine riesige Steinwand voller daoistischer Worte. Drachenatem der morgens die Berge umhüllt. Vogelgezwitscher. Chinesen die stehen bleiben, uns anschauen und sich freuen wenn wir ihnen zuwinken. Der Vollmond der zwischen zwei Bergen zu uns herunter leuchtet. Eine Frau die sich für Sun Wukong hält. Abends einen Whiskey trinken am See. Zusammen lachen und essen und essen und essen. Von »Ayi« begrüßt werden und von ihr und ihrer Familie umsorgt werden. Die riesigen Plätze voller Menschen. Guanfu sehen und staunen. Der Gesang von Mönchen in der Tempelanlage in Guanfu. Orange. Ein stummes Gespräch mit einer alten Frau im Tempel, von Herz zu Herz. Schildkröten. Ein Elefant aus Stein. Taijiquan praktizieren, im Ursprungsland, am Ursprungsort. Unterrichtet zu werden von Meister Yang Jian Chao und Großmeister Yang Zhen He. Die Form laufen zusammen mit chinesischen Lernenden. Taijiquan üben, morgens um sechs mit Blick aufs Wasser und die wunderschöne Stadtmauer. Sonnenaufgang. Ein Lob vom Großmeister. Erkenntnisse und mehr Klarheit im Taijiquan. Weichheit in den Bewegungsabläufen.

Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016

»Als erstes beruhige dein Herz. Lass alles still werden in dir. Denke nicht ans Frühstück oder so. Alles muss still sein. Fühle wie die Kraft aus der Erde kommt. Durch die Füße geht, durch den Bauch, dein Herz, in die Hände. Deine Hände sind mit den Füßen verbunden. Stell dir die Energie vor, die aus der Erde kommt und durch dich fließt wenn du steigst. Und wie du die Energie wieder zurück gibst wenn du sinkst. Alles ist in Bewegung, sinken und steigen. Aber erst muss es still sein in dir. Dann ist der Körper leicht und stark zugleich.«

Diese Worte von Yang Jian zu fühlen während des Übens.

Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016

Radfahren im Straßenverkehr von Guanfu. Lotusfelder. Ein Spaziergang auf der Stadtmauer. Einblicke in die Innenhöfe der Bewohner. Tee trinken in Yang Jians Laden. Yang Jians Laden leer kaufen. Seine Freunde kennenlernen. Die Grabanlage von Yang Luchan besuchen. Boot fahren. Das Yang Luchan Museum besuchen. Eine Umarmung von Yang Laoshe. Dreck, Lärm, Massen und Smog in Peking. Im Hutong wohnen. Abends den Behai-Park besuchen und vor der Drachenmauer stehen. Durch den Park spazieren und Ruhe finden in der Metropole Peking. Schattenspiele. Tausendjährige Eier essen. Sprechende Vögel. Shoppen. Das Bild von Mao Zedong am Eingang der verbotenen Stadt. Der große Steuermann blickt auf die Massen.
Schauen und staunen in der verbotenen Stadt. Die Schatzkammer besuchen. Jade, fünf Tonnen schwer. Elfenbein. Lapislazuli. Gold. Kaiserthron. Gelbe Ziegel. Bronzelöwen. Soviel Schönheit und Reichtum und Macht, noch immer spürbar. Eine Stadt in der Stadt, abgeschlossen in sich. Überwältigend. Etwas zu Ende gehen lassen.

Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016

Abschied nehmen. Umarmen und winken und danken. Heimwärts ziehen. Ankommen.

Die fünf Wandlungsphasen im Erlernen des Taijiquan

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Meister Yang Zhen He praktiziert seit 56 Jahren Yang-Stil und Wu-Stil Taijiquan. Er ist Autor mehrerer Fachbücher in chinesischer Sprache und erforscht seit Jahren das innere Wesen des Taijiquan. Im Rahmen des diesjährigen kulturellen Austausches der Yongnian Taijiquan Association China mit der Taijiquan-Schule Ortenau stellte er seine Forschungsarbeit über die fünf Wandlungsphasen des Taijiquan vor. Der vorliegende Text ist eine Mitschrift der Vorlesung, die uns Simone Stephan zur Verfügung stellt. Ich möchte Meister Yang für die Weitergabe seines Wissens danken, ebenso bedanke ich mich bei Thomas Strube, dem unermüdlichen Übersetzer und Simone für ihren Fleiß, Meister Yangs Worte aufs Papiergebracht zu haben.

Der erste Kreis – Struktur und Orientierung

Erster Kreis

Am Beginn eines jeden Lernprozesses steht immer die klare Struktur. Sie dient der Orientierung. Der Erwerb der Struktur ist unerlässlich. Im Taijiquan bedeutet die Struktur die Einheit von Öffnen und Schließen. Sichtbar wird die klare Struktur durch die beiden orthogonal zueinander angeordneten Quadrate, die über den Kreis gelagert sind. Die Bewegung erfolgt aus dem Quadrat hin zum Kreis. Die Eckpunkte der beiden Quadrate symbolisieren die acht Bewegungsrichtungen. Weiterlesen →

Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

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Ostern 2016 – Seine Stimme dringt durch den Raum und begleitet unsere Bewegungsabläufe. Meister Yang Zhen He führt uns dieses Jahr weiter hin zum dritten Kreis und wir sind auf allen Ebenen gefordert.

»Nur durch die richtige Weichheit könnt ihr wahre Stärke erlangen.«
Meister Yang Zhen He

Er lässt uns dies immer wieder in allen Kursen üben. Sei es in den 8 Grundtechniken, dem Bafa Wu Xing Gong, der Stock- oder Schwertform oder der 85er-Handform.

Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

Die langgezogene Energie vom großen Yin und großen Yang in ihrem Wechsel, beim Öffnen und Schließen, Ausdehnen und Komprimieren, findet besondere Beachtung. Auch lenkt Meister Yang unsere Aufmerksamkeit zum kleinen Yin und Yang in den Formen und er fordert uns zur Wachsamkeit des Geistes auf. Er korrigiert und erklärt unermüdlich und sehr genau. Yang Laoshe gibt uns viele Bilder aus der Natur und kleine Geschichten von anderen Meistern mit auf den Weg, was uns im Üben sehr unterstützt.

Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

Eine Besonderheit des diesjährigen Besuchs war ein Vortrag über die fünf Kreise. Er gibt uns einen gut strukturierten und tiefen Einblick in die fünf Wandlungsphasen des Taijiquan. Die Kurse und der Vortrag waren sehr gut besucht und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren motiviert und interessiert bei der Sache. Heinz Günter und ich haben das mit großer Freude im Herzen beobachtet.

Wir bedanken uns bei euch Schülerinnen und Schülern, dass ihr den Weg des Taijiquans mit uns geht. Herzlichen Dank an Yang Laoshe für seinen tiefgreifenden Unterricht und sein Dasein und an seine Tochter Yang Li Fen, die uns begleitet hat. Danke an Thomas Strubbe für die hervorragende Übersetzung im Unterricht und vor allem auch bei dem Vortrag.

Seminare mit Meister Yang Zhen He

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»Xìa« – Nach unten, sinken.
»Waì« – Nach außen, öffnen.
»Kàn« – Schauen.

Seminare mit Meister Yang Zhen He

Ostern 2015 – Meister Yangs Stimme klingt durch den Raum. Sonst hört man nur leises Geraschel von Kleidern und blickt in konzertierte Gesichter. Er fordert viel von uns und unseren Schülern dieses Jahr, aber er möchte tiefer in die wunderbare Welt des Taijiquan eindringen. Und da unsere Schüler ein hohes Niveau haben, wie er sagt, sei dies auch möglich.

Seminare mit Meister Yang Zhen He

Wir folgen ihm also tiefer in den dritten der fünf Kreise. Es geht dabei um das kleine Yin im großen Yang und um das kleine Yang im großen Yin. Wir üben deren Qualität und Ausdruck. Es sind diese kleinen Bewegungen, die den Impuls geben in die nächste größere Bewegung zu gehen. Dadurch wird die Form erst lebendig. Ein fließendes, wogendes Gefühl und eine unglaubliche Vielfalt eröffnet sich uns dadurch.

Seminare mit Meister Yang Zhen He

Obwohl er auf einer umfassenderen Stufe als letztes Jahr unterrichtet, kehrt Meister Yang immer wieder auch zu den Grundlagen, zum ersten und zweiten Kreis zurück. So übt er mit uns die Vorwärtsschritte, berichtigt unsere Körperaufrichtung und -ausrichtung. Großen Wert legt er auf unseren Blick, der die Bewegungen mit ausführt und unsere Körperhaltung verbessert. Egal ob im Schwert- oder Stockkurs, im Unterricht der 85er-Handform, den Grundtechniken oder im Bafa Wu Xing Gong – das fordert er immer wieder ein.

Seminare mit Meister Yang Zhen He

Meister Yang korrigiert unermüdlich und streng. Alle sind gefordert, sehr konzentriert und der eine oder andere geht an seine Grenzen. Doch da ist auch viel Lachen im Raum und eine große Bereitschaft zu lernen. Heinz Günter und ich beobachten das mit viel Freude im Herzen und sind wieder einmal sehr zufrieden und glücklich über diese intensiven Tage.

Seminare mit Meister Yang Zhen He

Einen herzlichen Dank an Yang Laoshe für seinen großartigen Unterricht und seine Anregungen in und außerhalb des Unterrichts. Auch an David Sommer und Thomas Strubbe für die ausgezeichnete Übersetzungsarbeit. Und vielen Dank an euch Schülerinnen und Schüler, für euer Kommen und eure Bereitschaft, diesen Weg mit uns gemeinsam zu gehen.

Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

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Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

Ostern 2014 – Meister Yang ist wieder da und mit ihm seine Tochter. Für uns und unsere Schüler eine außergewöhnliche Zeit voller Begegnung mit uns selbst, anderen und dem Taijiquan. Diesmal stehen die Schwertform, die acht Grundtechniken und Tui Shou auf dem Programm. Meister Yang unterrichtet in gewohnter Manier: streng, genau und auf einem hohen Niveau.

Erster Kreis
Zweiter Kreis
Dritter Kreis
Vierter Kreis
Fünfter Kreis

Im Unterricht und auch in den Pausen lenkt er immer wieder unsere Aufmerksamkeit auf das Yin-Yang-Zeichen, dessen Bedeutung und Stellung im Taijiquan. Anhand von fünf kleinen Skizzen die er vor einigen Jahren gemacht hat und die bei uns in der Schule hängen, erklärt er auch die Entwicklung, die ein Schüler im Taijiquan macht.

Als erstes kommt die Koordination von Armen und Beinen, die Richtung in die wir uns wenden, ein Raumgefühl entsteht.

In den Fluss kommen, Bewegungen fließender ausführen, weicher und geschmeidiger werden, ist das nächste Bild.

Danach folgt die Wahrnehmung für Yin und Yang in der Form, diese Kräfte deutlich herausarbeiten, verstehen und in Harmonie bringen, sind bei diesem Prozess die nächsten Schritte. An dieser Stelle arbeiten wir, erklärt er uns Teilnehmern.

Das vierte Bild stellt den Prozess dar, der sich vom Äußeren nach innen fortsetzt, Yin und Yang gehen fließend ineinander über, sind nach außen nicht mehr ganz so deutlich zu erkennen. Die Bewegungen werden nach außen kleiner, im Inneren jedoch größer, die Vorstellungskraft entwickelt sich.

Zuletzt, dargestellt durch einen leeren Kreis, löst sich alles auf, das Selbst und die Form. Es entsteht Leere, aber im positiven Sinn, also Freiheit. Der Übende lässt sich führen, ohne Eigenwollen, er folgt dem Fluss, innen wie außen.

Einen weiteren Satz gibt Meister Yang uns noch mit auf den Weg:

»Nur durch stete Wiederholung wird der Stoff zum Eigentum des Lernenden.«

Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

Wir bedanken uns bei Meister Yang Zhen He, für seine großzügige Weitergabe seines Wissens. Bei Faridah Jensch für ihre unermüdliche und hervorragende Übersetzungsarbeit. Bei allen Teilnehmern, die mit viel Freude und Motivation dabei waren. Und bei allen die uns vor und während dieser Zeit geholfen haben.

Interview mit Meister Yang Zhen He

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(Quelle: DAO-Sonderheft »Taijiquan« 2/00«, mit freundlicher Genehmigung)

Meister Yang Zhen He

Foen Toeng Lie: Meister Yang, Sie sind mit der Entstehung und Entwicklung des Yang-Stil-Taijiquan sehr vertraut. Können Sie uns etwas über die Aspekte erzählen, die unter den Taiji-Übenden noch wenig bekannt sind?



Yang Zhen He: Wie alle wissen, hat der Altmeister Yang Luchan das Taijiquan bei dem Altmeister des Chen-Stils Chen Changxing gelernt und daraus später den Yang-Stil entwickelt. Zu dieser Zeit waren die Bewegungen und die Art und Weise der Ausführung der ersten Form (Yilu) des Chen-Stils noch sehr ähnlich. Erst der Altmeister Yang Zhaoqing, der Enkelsohn von Yang Luchan, bekannt als Yang Chengfu, modifizierte während seiner späteren Lehrtätigkeit in Beijing den Yang-Stil. Um seinen Schülern gerecht zu werden, führte er die Form langsamer aus und nahm einige schwierige Bewegungen wie Sprünge heraus. Außerdem hob er die gesundheitsfördernde Funktion des Taijiquan hervor. Zu diesem Zweck reduzierte er die ursprünglichen 108 Folgen der Form auf 85. Im Ausland ist nicht so bekannt, dass eine alte Form (Laojia) des Yang-Stils, die auf den Altmeister Yang Jianhou, einen der Söhne von Yang Luchan, zurückzuführen ist, noch existiert. Sie wird hier in Yongnian und in manchen Gegenden in Nordchina weiterhin praktiziert. Weiterlesen →

Interview mit Meister Yang Zhen He

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(Quelle: YANG SHI – Taijiquan aus Yongnian)

Meister Yang Zhen He

David Sommmer: Meister Yang, es ist schön, Sie heute interviewen zu können. Ich beginne dann auch schon direkt mit der ersten Frage: Können Sie bitte kurz die Entwicklung und Einflüsse des Yang-Stils in Guang Fu nachzeichnen?

Meister Yang: Yang Lu Chan ging mehrfach nach ChenJiaGou und lernte dort Tai Ji Quan von der Familie Chen. Wieder zurück in Guangfu unterrichtete er mehrere Schüler, u.a. Wu YuXiang, der nach Trainings-Aufenthalten in ZhaoBao den Wu-(Hao)-Stil begründete. Yang LuChan hatte viele Schüler, auch am Kaiserhof, an dem er zeitweise unterrichtete. Seine Söhne, Yang BanHou und Yang JianHou gaben die Kunst ihrerseits weiter. Yang BanHou war, so ist es überliefert, ein harter, unnachgiebiger Lehrer und hatte daher nur wenige Schüler. Seine Kunst wurde aus diesem Grund in einem kleinen Kreis, vor allem in GuangFu, geübt.

Yang JianHou hingegen hatte viele Schüler, unter ihnen seine Söhne Yang ShaoHou und Yang ChengFu. Yang ChengFu veränderte den Yang Stil sehr stark, indem er jegliche schnellen Elemente und Sprünge aus der Form entfernte und die Bewegungen größer üben ließ. Während vorher Sprünge und schnellere Bewegungen sowie ein Wechsel zwischen hohen und tiefen Positionen prägend für die Langform waren, wurde sie durch Yang ChengFu vereinfacht und die vorher beschriebenen Elemente entfernt.

Die Gründe dafür sind vielfältig und heute kann darüber nur noch spekuliert werden. Zu dieser Zeit fanden die sog. Boxeraufstände statt, die zu einem schlechten Image der Kampfkünste führten. Außerdem erfuhr der Yang-Stil eine große Verbreitung, die eine bessere Zugänglichkeit der Form erforderte. Von einigen Praktizierenden wird behauptet, dass ein Grund für die Vereinfachung gewesen sei, dass das Wissen um die »Geheimnisse« in der Familie gehalten werden sollte und die Form daher für einen Unterricht »außerhalb« verändert worden sei. Ich halte das jedoch nicht für sehr wahrscheinlich, da sich die »Geheimnisse« nicht in einzelnen Bewegungen finden, sondern nur in der Gesamtheit erfahren werden können. Weiterlesen →

Eindrücke von den Seminaren mit Meister Yang Zhen He

am | 12 Kommentare

Von 29. März bis 6. April 2013 ist Meister Yang Zhen He bei uns in der Taijiquan Schule Ortenau zu Besuch. Er ist offizieller Vertreter des Yang-Stil-Taijiquan, aus dem Ursprungsort Yongnian in China. Meister Yang wird bei uns die 54er-Schwertform, Tui Shou, sowie die acht Grundtechniken unterrichten.

Seminar mit Meister Yang Zhen He

Ich freue mich auf eine Zeit voller Bewegung, innerlich wie äußerlich. Zu Beginn erzählt Meister Yang ein wenig über das Taijiquan und worauf er Wert legt. Auch sagt er, dass es ihm nicht so wichtig sei, dass die Schüler den Ablauf der Form auswendig können. Sondern er möchte viel mehr sehen, dass wir ein Gefühl und ein Verständnis für die einzelnen Bewegungsabläufe entwickeln. Er unterrichtet in größeren Sequenzen und korrigiert sehr genau. Dazwischen bleibt immer wieder Zeit für individuelle Korrekturen und um selbst zu üben. Er vermittelt uns, wie wichtig es ist, ein Gespür für die Verbindung zwischen Armen und Beinen zu entwickeln und wie durch deren Koordination eine harmonische Bewegung möglich ist.

Seminar mit Meister Yang Zhen He
Seminar mit Meister Yang Zhen He
Seminar mit Meister Yang Zhen He

Ich bin begeistert von den Bildern und Beispielen aus der Natur, die er uns vermittelt und entdecke diese tatsächlich in den Bewegungsabläufen wieder. Mit dem Yin-Yang-Zeichen, welches in unserem Übungsraum hängt, lenkt er unsere Aufmerksamkeit auf die zwei polaren Kräfte, welche sich dennoch bedingen und zu den Prinzipien des Taijiquan gehören. Immer wieder greift er zu Papier und Stift, um mit kleinen Skizzen etwas zu verdeutlichen. Er zeigt uns die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten, was den kämpferischen Aspekt des Taijiquan hervorhebt. Meister Yang sagt, dass er bewusst streng unterrichte. Dadurch bringt er dem Schüler Respekt und Achtung entgegen, er zeigt dem Schüler, dass er ihn ernst nimmt. In China unterrichte er noch strenger.

Seminar mit Meister Yang Zhen He
Seminar mit Meister Yang Zhen He
Seminar mit Meister Yang Zhen He

Am eindrücklichsten bleibt mir die persönliche Korrektur, seine Strenge und ein Satz den er sagt: Taijiquan unterstützt uns im Mensch-Sein. Wer Taijiquan übt, tut nicht nur seinem Körper etwas Gutes, sondern es wirkt sich auf die persönliche Entwicklung aus. Gehe ich nach links oder nach rechts? Wie stehe ich richtig und bin ich verwurzelt? Wie bewege ich mich? Wo sind meine Grenzen und wie gehe ich mit Schwierigkeiten um? Das sind alles Fragen, die sich im Unterricht stellen und die das Leben ebenfalls mit sich bringt. Taijiquan wirkt in den Alltag hinein und begleitet uns auf unserem persönlichen Weg.

Seminar mit Meister Yang Zhen He
Seminar mit Meister Yang Zhen He
Seminar mit Meister Yang Zhen He

Ich bin ganz erfüllt von seinem Wissen und Können, welches er so großzügig an uns weitergibt. Ich bin froh und dankbar, dass Heinz Günter Saemann Meister Yang eingeladen hat und mir und den Schülern somit die Möglichkeit gibt, von Meister Yang hier in Deutschland lernen zu können.

(Fotos: Maria-Theresia Schmitt)