Kultureller Austausch mit Meister Yang Jian Chao

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Dieses Jahr ist bei den Kursen mit Meister Yang Jian Chao ein konzentriertes, ruhiges und intensives Lernklima unter den Schülern zu spüren. Yang Jian geht sehr ins Detail, vor allem veranschaulicht er immer wieder, wie die Bewegung aus der Hüfte heraus entsteht, welchen Weg sie nimmt, wie die Kraft zu fühlen und zu führen ist.

Meister Yang Jian Chao
Meister Yang Jian Chao

Wenn sich eine Bewegung falsch anfühlt, dann suche den Punkt. Wie ist dein Stand, wie bewegt sich deine Hüfte, sind deine Arme zu weit vom Körper entfernt, bist du richtig abgesunken, sind alle Körperteile miteinander verbunden? Es sind die kleinen Dinge, die deine Aufmerksamkeit fordern.»
Meister Yang Jian Chao

Meister Yang Jian Chao
Meister Yang Jian Chao
Meister Yang Jian Chao
Meister Yang Jian Chao
Meister Yang Jian Chao
Meister Yang Jian Chao

Er ermuntert, selbst zu fühlen, zu schauen und zu korrigieren. So entsteht eine Wahrnehmung für sich selbst und die Bewegungsabläufe. Jeder Teilnehmer kann etwas für sich mitnehmen und lernen und mit uns im Jahresverlauf weiter üben und vertiefen.

Wir haben viel Freude mit Meister Yang Jian Chao dieses Jahr. Auch außerhalb der Seminare füllt Taijiquan die gemeinsamen Stunden mit ihm. So entsteht auch dieses kleine Video in den Reben bei Schloss Staufenberg in Durbach.

Wir bedanken uns bei Meister Yang Jian Chao für sein Dasein und seinen umfassenden und hervorragenden Unterricht. Bei den Teilnehmern für eure Bereitschaft zu lernen und eure Freude am Taijiquan.

Gesammelte Eindrücke

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Meister Yang Jian Chao

Dreh dich etwas langsamer, verlagere dein Gewicht achtsam fließend. Wenn du deinen Atem ruhig und tief fließen lässt, findest du viel mehr Raum in deinem Körper und in deinen Bewegungen. Mache kleine Kreise – eins ergibt das andere. Der Anfang ist das Ende und das Ende ist der Anfang. Wenn deine Körperhaltung nicht stimmt, findet die Energie nicht den richtigen Weg, es wird unklar. Nutze deine Vorstellung, nicht nur deinen Körper. Bewege dich fließend wie ein Fluss und dabei bleibe still wie ein Berg.
Meister Yang Jian Chao

Ich bewege diese Worte von Meister Yang Jian Chao in meinem Herzen und lasse sie beim Üben der 38er-Handform mit einfließen. Durch seine wunderbare Anleitung entfaltet sich eine Langsamkeit und Tiefe in meinen Bewegungen, welche dadurch kraftvoll sind und gleichzeitig voller Leichtigkeit. Ein tieferes Verständnis für die Verteilung von Yin und Yang im Körper eröffnet sich mir und Bewegungsabläufe werden klarer und harmonischer. Diese Eindrücke sammle ich nicht nur in der 38er-Handform. Auch in den 8 Grundtechniken, der Säbel- und Stockform sowie im Tui Shou kommen seine Worte, die Anschaulichkeit und Tiefe seines Könnens und Unterrichtens zum Tragen.

Viel Freude ergibt sich dadurch und ich bedanke mich von Herzen bei Meister Yang Jian Chao. Auch meinem Mann und Lehrer Heinz Günter Saemann, der mich und unsere Schüler in den Seminaren und durch die Taiji-Jahre begleitet, danke ich sehr. Und einen Dank auch an euch Schüler für eure Bereitschaft, tiefer in das Taijiquan zu dringen, für eure Konzentration und eure Freude.

Chinareise 2016

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Gengenbach – Frankfurt – Peking – Tai Hang Shan
Guanfu – Peking – Frankfurt – Gengenbach

Was wir im Herzen tragen.

Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016

Uns auf den Weg machen nach China. Fliegen. Ankommen. Yang Jian sehen. Unterwegs sein im Reich der Mitte. In die Berge fahren. Unterkunft beziehen in der Tempelanlage. Die Farben: Rot, Gelb, Grün, Blau und Gold. So intensiv und leuchtend und kraftvoll. Yang Jians Stockform lernen. Berge besteigen, die Perspektive wechseln und Aussichten genießen. Die Vielfalt in der Natur, der Geruch der Pflanzen und der Erde. Der Aufstieg zum Tempel von Nüwa in den Bergen. Ein Gebet des Dankes. Ein Raucherstäbchen anzünden. Eine riesige Steinwand voller daoistischer Worte. Drachenatem der morgens die Berge umhüllt. Vogelgezwitscher. Chinesen die stehen bleiben, uns anschauen und sich freuen wenn wir ihnen zuwinken. Der Vollmond der zwischen zwei Bergen zu uns herunter leuchtet. Eine Frau die sich für Sun Wukong hält. Abends einen Whiskey trinken am See. Zusammen lachen und essen und essen und essen. Von »Ayi« begrüßt werden und von ihr und ihrer Familie umsorgt werden. Die riesigen Plätze voller Menschen. Guanfu sehen und staunen. Der Gesang von Mönchen in der Tempelanlage in Guanfu. Orange. Ein stummes Gespräch mit einer alten Frau im Tempel, von Herz zu Herz. Schildkröten. Ein Elefant aus Stein. Taijiquan praktizieren, im Ursprungsland, am Ursprungsort. Unterrichtet zu werden von Meister Yang Jian Chao und Großmeister Yang Zhen He. Die Form laufen zusammen mit chinesischen Lernenden. Taijiquan üben, morgens um sechs mit Blick aufs Wasser und die wunderschöne Stadtmauer. Sonnenaufgang. Ein Lob vom Großmeister. Erkenntnisse und mehr Klarheit im Taijiquan. Weichheit in den Bewegungsabläufen.

Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016

»Als erstes beruhige dein Herz. Lass alles still werden in dir. Denke nicht ans Frühstück oder so. Alles muss still sein. Fühle wie die Kraft aus der Erde kommt. Durch die Füße geht, durch den Bauch, dein Herz, in die Hände. Deine Hände sind mit den Füßen verbunden. Stell dir die Energie vor, die aus der Erde kommt und durch dich fließt wenn du steigst. Und wie du die Energie wieder zurück gibst wenn du sinkst. Alles ist in Bewegung, sinken und steigen. Aber erst muss es still sein in dir. Dann ist der Körper leicht und stark zugleich.«

Diese Worte von Yang Jian zu fühlen während des Übens.

Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016

Radfahren im Straßenverkehr von Guanfu. Lotusfelder. Ein Spaziergang auf der Stadtmauer. Einblicke in die Innenhöfe der Bewohner. Tee trinken in Yang Jians Laden. Yang Jians Laden leer kaufen. Seine Freunde kennenlernen. Die Grabanlage von Yang Luchan besuchen. Boot fahren. Das Yang Luchan Museum besuchen. Eine Umarmung von Yang Laoshe. Dreck, Lärm, Massen und Smog in Peking. Im Hutong wohnen. Abends den Behai-Park besuchen und vor der Drachenmauer stehen. Durch den Park spazieren und Ruhe finden in der Metropole Peking. Schattenspiele. Tausendjährige Eier essen. Sprechende Vögel. Shoppen. Das Bild von Mao Zedong am Eingang der verbotenen Stadt. Der große Steuermann blickt auf die Massen.
Schauen und staunen in der verbotenen Stadt. Die Schatzkammer besuchen. Jade, fünf Tonnen schwer. Elfenbein. Lapislazuli. Gold. Kaiserthron. Gelbe Ziegel. Bronzelöwen. Soviel Schönheit und Reichtum und Macht, noch immer spürbar. Eine Stadt in der Stadt, abgeschlossen in sich. Überwältigend. Etwas zu Ende gehen lassen.

Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016
Chinareise 2016

Abschied nehmen. Umarmen und winken und danken. Heimwärts ziehen. Ankommen.

Kultureller Austausch mit Meister Jang Jian Chao

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Kultureller Austausch mit Meister Jang Jian Chao

28. Oktober bis 3. November 2015 – Die diesjährigen Kurse mit Meister Yang Jian Chao gehen sehr in die Tiefe. Da die äußeren Abläufe bei den Schülern sitzen, können wir weiter nach innen dringen. Er versucht, uns die inneren Energien zu vermitteln, das Absinken und Komprimieren, sowie das Ausdehnen und das Erweitern. Yin und Yang von innen heraus gefühlt und geführt. Deutlich spürbar auch über die Wahrnehmung des Atems, welcher kommt und geht und uns bei den Bewegungsabläufen unterstützt.

Kultureller Austausch mit Meister Jang Jian Chao
Kultureller Austausch mit Meister Jang Jian Chao
Kultureller Austausch mit Meister Jang Jian Chao

Meister Yang legt Wert auf volle runde Bewegungen, korrigiert da, wo wir zu leer sind, beziehungsweise wo Bewegungen nicht aus der Mitte heraus entstehen. Er lässt uns immer wieder dem Energiefluss nachspüren, welcher sich vom Dantian im ganzen Körper ausbreitet, dann aber auch, durch das richtige Absinken wieder zurückzieht. Dadurch entstehen unwahrscheinlich viele Möglichkeiten für Anwendungen. Der Körper bekommt Raum in alle Richtungen, ohne dass dabei auch nur ein einziger Schritt gemacht wird. Das können wir auch immer wieder an Meister Yang selbst beobachten, denn er veranschaulicht es uns unermüdlich und gibt uns Zeit, dies selbst zu üben.

Kultureller Austausch mit Meister Jang Jian Chao
Kultureller Austausch mit Meister Jang Jian Chao
Kultureller Austausch mit Meister Jang Jian Chao
Kultureller Austausch mit Meister Jang Jian Chao
Kultureller Austausch mit Meister Jang Jian Chao
Kultureller Austausch mit Meister Jang Jian Chao

In diesem Jahr stehen die acht Grundtechniken, die Säbel- und die 38er Handform, sowie Tui Shou auf dem Plan. Wir lernen viel und Meister Yang Jian Chao lobt das hohe Niveau unserer Schüler. Heinz Günter und ich beobachten bei diesen auch eine große Bereitschaft, von Meister Yang zu lernen, und viel Freude bei der Umsetzung der Anregungen, die er gibt.

Kultureller Austausch mit Meister Jang Jian Chao
Kultureller Austausch mit Meister Jang Jian Chao
Kultureller Austausch mit Meister Jang Jian Chao

Wir bedanken uns herzlich bei Meister Yang Jian Chao für den bereichernden Unterricht und die großzügige Weitergabe seines Wissens. Auch euch Schülern einen Dank für euer Kommen und eure Bereitschaft, tiefer in die Welt des Taijiquan zu dringen.

Taijiquan mit Meister Yang Jian Chao

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28. Oktober bis 5. November 2014 – Vieles erlebe ich wieder bei diesem Seminar mit Meister Yang Jian Chao. Da schweben Wörter durch den Raum wie »leicht«, »fließend«, »entspannt«, »nicht zu viel Armbewegung«, »aus der Hüfte«, »nicht zu eng und rund«. Indem er selbst die Bewegungen vorführt, ein Bild von richtig und falsch gibt, verdeutlichen sich diese Worte. Dann geht es ans Üben, Umsetzen und Vertiefen.

Seminar mit Meister Yang Jian Chao

Meine Aufmerksamkeit gilt meiner Körpermitte. Das richtige Absinken der Hüfte, weich und durchlässig werden. Wenn dies gelingt, werden die Bewegungen rund und harmonisch. Sind mein Körper und mein Geist im Gleichgewicht, so bedeutet dies, dass ich in meiner Mitte bin. Aus der Mitte heraus entstehen die Bewegungen, wenn ich im Gleichgewicht bin, habe ich alle Möglichkeiten. Meister Yang weist auch immer wieder auf die äußeren Harmonien hin. Das heißt, dass Schulter- und Hüftgelenke, Ellenbogen- und Kniegelenke, sowie Hand- und Fußgelenke in Verbindung miteinander stehen. Die Aufrichtung des Körpers korrigiert er ebenso beharrlich wie die Vorwärtsschritte. Yang Jian Chao verdeutlicht uns, wie wichtig es ist, dass die untere Körperhälfte Yang ist, also fest verwurzelt, und die obere im Yin schwingt, leicht und ohne zu viel Armbewegung. Auch daraus ergibt sich wieder ein Gleichgewicht, ein Gefühl der Mitte und eine Fülle von Möglichkeiten in der Bewegung.

Seminar mit Meister Yang Jian Chao
Seminar mit Meister Yang Jian Chao

Meister Yangs Unterricht ist voller Leichtigkeit, wie seine Bewegungen. Und trotzdem sind wir alle gefordert und sehr konzentriert und kommen zügig vorwärts. Die Teilnehmer der 38er Kurzform können dieses Jahr tiefer in die Thematik einsteigen, da alle den Ablauf der Form kennen. Auch im Säbel wird vertieft, Altes gefestigt und Neues erlernt. In den Grundtechniken reduziert Meister Yang die Bewegungen auf einzelne Armbewegungen und das Absinken der Hüfte. So wird noch deutlicher, wie alles miteinander verbunden und koordiniert wird. Gerade für Teilnehmer, die noch nicht so lange Taijiquan praktizieren, ist das ein wunderbarer Einstieg in die Meisterkurse. Im Tui Shou können die Teilnehmer ebenfalls üben und vertiefen und Erfahrungen mit dem Meister selbst sammeln.

Seminar mit Meister Yang Jian Chao
Seminar mit Meister Yang Jian Chao

Heinz Günter und ich haben immer wieder große Freude an diesem kulturellen Austausch mit Meister Yang Jian Chao. Es ist bereichernd, wie die Inhalte der Seminare auf uns selbst und auf die Schüler wirken. Wie jedes Jahr sich etwas wandelt, klärt und festigt. Dafür sind wir sehr dankbar.

Danke an Meister Yang, dass er zu uns kommt und uns lehrt und auch an euch Schüler, und eure Bereitschaft, gemeinsam mit uns die wunderbare Welt des Taijiquan zu erleben.

Stockform mit Meister Yang Jian Chao

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Sechs Stunden Stock, am Samstag, dazwischen drei Stunden Mittagspause. Ich weiß, was auf mich zukommt und wie ich mich vielleicht am Abend fühlen werde.

Seminar mit Meister Yang Jian Chao

Im Ablauf der Form bin ich eigentlich sicher, aber ich weiß, dass es nur die Bewegungen sind, die ich ausführen kann, in welche Richtung es geht und wie ich den Stock führen muss. Jedoch fehlt mir ein großes Stück Geschmeidigkeit. Zwar weiß ich, dass der Stock aus der Hüfte heraus geführt wird und keine bloße Armbewegung ist, aber vieles läuft einfach nicht rund. Meister Yang zu sehen, wie er die Stockform läuft, ist pure Freude. In keiner anderen Form kann man besser sehen, wie die Energie erzeugt, geleitet und wieder losgelassen wird. Der ganze Körper ist in Bewegung, alles arbeitet zusammen und ganz deutlich kann man beobachten, wie wichtig eine feste, ausgeglichene Körperstruktur ist. Ich habe also den Vorsatz, das FaJin zu üben, dabei auf meine Struktur zu achten und die Bewegungen aus Beinen und Becken heraus auszuführen.

Seminar mit Meister Yang Jian Chao
Seminar mit Meister Yang Jian Chao
Seminar mit Meister Yang Jian Chao

Nachdem Meister Yang mit uns einige Aufwärmübungen gemacht hat, folgen die nächsten drei Stunden Basisübungen mit dem Stock. Im Stehen und Gehen, welche zur Abwehr und solche zum Angriff. Er lässt uns alle sowohl mit dem 2 Meter, als auch mit dem wesentlich schwereren 2,50 Meter langen Stock üben. Wenn Meister Yang den Stock führt, dann ist der ganze Mann in Schwingung. Das zu sehen ist faszinierend und motivierend zugleich. Es ist nicht hart oder heftig. Vielmehr ist es ein stetiges Aussenden von Energie, die sich völlig ausgewogen in den Prinzipien von Yin und Yang bewegt. Ich bemerke schnell, wann ich die Bewegungen mit Armen und Rücken ausführe. Der Stock kommt dabei kaum in Schwingung und meine Glieder fangen dabei an zu schmerzen. Auch die Energie verpufft irgendwo zwischen mir, dem Stock und der Umgebung. Aber bald entdecke ich, welche Qualität die Bewegungen haben, wenn ich sie aus den Beinen und dem Becken heraus entstehen lasse. Wie sie in den Stock übergehen. Ich übe vollkonzentriert, beobachte Meister Yang genau, erspüre, wo Defizite sind und hake genau dort immer wieder nach. Nochmal und nochmal und nochmal.

Seminar mit Meister Yang Jian Chao
Seminar mit Meister Yang Jian Chao

Meister Yang korrigiert uns alle sehr genau, weist auf Feinheiten hin und läuft immer wieder geduldig mit uns mit. Wir habe viel Zeit zum Üben und Vertiefen. Nach der Mittagspause geht es dann an die 13 Bewegungen der Stockform. Die Basisübungen und die lange Zeit, die wir darauf verwendet haben, tragen nun Früchte. Unser beharrliches Üben zahlt sich aus und wir können es auf die Form übertragen. Nach sechs Stunden bin ich angenehm erschöpft. Muskeln, die ich noch nie gespürt habe, machen sich bemerkbar. Aber es fühlt sich an wie ein wohlverdientes Geschenk.

Seminar mit Meister Yang Jian Chao

So oder so ähnlich wird es wohl auch den anderen Teilnehmern, auch denen der anderen Kurse gehen. Meister Yang unterrichtet, während er hier ist, die 38er Kurzform, die Stockform, Tui Shou und die acht Grundtechniken. Jeder wird für sich etwas mitgenommen haben. Eine Erkenntnis, über sich selbst und die Form, eine neue Qualität einer Bewegung, die Freude an die eigenen Grenzen gegangen zu sein und es geschafft zu haben. Die Erfahrung, mit ganz anderen Schülern als gewohnt zu üben und zu lernen. Meister Yang zu sehen, wie er sich bewegt, zu erleben, wie sein Unterricht ist und sich auswirkt und mit welcher Großzügigkeit und Unvoreingenommenheit er sein Wissen und Können an uns weitergibt.

Die wunderbare Welt des Taijiquan

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Von 31. Oktober bis 5. November 2012 besucht Meister Yang Jian Chao zum sechsten Mal die Taijiquan-Schule Ortenau. Während im letzten Jahr hauptsächlich die Waffenformen, wie Schwert und Säbel, im Vordergrund standen, lag der Schwerpunkt in der diesjährigen Seminarreihe auf der 38er Kurzform nach Meister Yang Zhen He. Die 13 Bewegungen des Taijiquan, die Stockform und das Tui Shou waren dazu eine bereichernde Ergänzung.

Seminar mit Meister Yang Jian Chao

Neben dem Erlernen des Ablaufs der 38er Kurzform legt Meister Yang großen Wert auf die Wurzelenergie, die drei äußeren Harmonien, auf das Taiji-Prinzip, bei dem alle Teile des Körpers miteinander koordiniert und verbunden werden, und auf die Idee der Peng-Energie, deren Verständnis ein wichtiger Aspekt des Yang-Stils ist. Durch ständige Wiederholung, individuelle Korrektur und Raum zum Üben gibt Meister Yang den Teilnehmern die Zeit und die Möglichkeit, diese Ideen zu empfinden.

Seminar mit Meister Yang Jian Chao
Seminar mit Meister Yang Jian Chao

Im Seminar über die Stockform erläutert Meister Yang, dass der Stock nicht losgelöst vom Körper agiert, sondern mit ihm eine Einheit bildet, und dass ohne die Ideen und Prinzipien der Handform ein Fajing nicht möglich ist. Die 8 Grundtechniken und 5 Schrittarten sind ein wesentlicher Bestandteil des Taijiquan. Bei den 8 Grundtechniken handelt es sich nicht nur um äußere Bewegungsabläufe, sondern jede Technik steht für ein eigenes Energieempfinden. Meister Yang verdeutlicht dies anschaulich durch praktische Beispiele.

Seminar mit Meister Yang Jian Chao
Seminar mit Meister Yang Jian Chao
Seminar mit Meister Yang Jian Chao

Beim Tui Shou legt Meister Yang großen Wert darauf, dass beide Partner nicht gegeneinander sondern miteinander arbeiten. Die Teilnehmer sollen die Energie des Partners »hören« und verstehen. Für Meister Yang ist Tui Shou ein energetisches Frage-und-Antwort-Spiel.

Seminar mit Meister Yang Jian Chao
Seminar mit Meister Yang Jian Chao

Zum Ende seiner Seminarreihe besucht Meister Yang die Förderschule in Gengenbach, an der ich Lehrbeauftragter für Taijiquan bin. Zunächst wird mit der Klasse »GK3« die Stockform geübt, und da alle den Meister aus China sehen wollen, übt dieser mit der gesamten Schülerschaft und den Lehrern die ersten Bewegungen der Handform. Obwohl die meisten aufgeregt sind, beobachten sie Meister Yang genau und üben fleißig mit. Der Mann aus dem Reich der Mitte kann ein freudiges Funkeln in seinen Augen nicht verbergen. Für uns alle ist dies ein wunderschönes Erlebnis.

Ich danke Meister Yang Jian Chao für seinen anschaulichen und informativen Unterricht. Den Teilnehmern danke ich für ihr intensives Lernen, ihre Neugier und ihrer Freude an den Seminaren.

Rückblick: Chinareise 2012

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Chinareise

Von 1. bis 15. August 2012 reisen sechs Schüler und ich nach China. Unser Weg führt uns von Beijing nach Wudang Shan, Handan und Guangfu, dem Ursprungsort des Yang-Taiji. Wir wollen nicht nur das Land und die Menschen kennen lernen, sondern auch unter der Leitung von Meister Yang Jian Chao Taiji praktizieren.

Chinareise
Chinareise
Chinareise

Auf dem Flug von Frankfurt nach Beijing sitze ich neben einem jungen Chinesen, der mir beim Start aufmunternd auf die Schulter klopft. So ganz kann ich meine Flugangst wohl nicht verbergen. Ich spreche nur deutsch und er nur chinesisch. Unsere Unterhaltung während des Fluges ist trotz Sprach- barriere angeregt und manchmal lachen wir über unsere kleinen Scherze. Mir kommt es vor, dass unsere Gespräche auf einer anderen Ebene statt- finden. In Beijing verabschieden wir uns herzlich und jeder bedankt sich auf seine Weise für die Kurzweil auf diesem neunstündigen Flug.

Seminare mit Meister Yang Jian Chao

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Von 27. Oktober bis 3. November 2011 unterrichtet Meister Yang Jian Chao die 54er-Schwertform, eine seltene Yang-Stil-Säbelform mit 13 Bildern, Tui Shou und die acht Grundtechniken. Dies ist sein fünfter Besuch in der Taijiquan-Schule Ortenau.

Seminare mit Meister Yang Jian Chao

In der Schwert- und Säbelform achtet er darauf, dass alle Teile des Körpers miteinander koordiniert und verbunden sind und dass Schwert und Säbel aus dem inneren Zentrum heraus geführt werden. Immer wieder lässt er uns diese Prinzipien üben, damit wir die Harmonie der Bewegungsabläufe und die Verbundenheit zwischen den Waffen, dem Geist und dem Körper erfahren. Er zeigt uns, wie wir Schwert und Säbel nicht mit Körperkraft sondern mit der Kraft aus unserer inneren Mitte führen sollen.

Seminare mit Meister Yang Jian Chao
Seminare mit Meister Yang Jian Chao

Im Tui-Shou-Seminar vermittelt er uns die Grundlagen der Partnerübungen. Meister Yang legt großen Wert auf die Weichheit der Bewegungen, die mit entspannten Gelenken ausgeführt werden sollen. Der Körper bleibt dadurch flexibel. Kraft kann so aufgenommen und abgeleitet werden. Die Bedeutung eines sicheren Standes verdeutlicht er an Beispielen.

Seminare mit Meister Yang Jian Chao
Seminare mit Meister Yang Jian Chao

In den acht Grundtechniken werden verschiedene Variationen der Techniken „abwehren, ableiten», „seitlich vorbeigleiten lassen», „drücken», „stoßen», „reissen», „spalten», „Ellenbogenstoß» und „Schulterstoß» geübt. Er verbindet die Grundtechniken mit den fünf Schrittarten „nach vorne gehen», „zurückweichen», „nach links und rechts gehen» und „zentriert stehen». Immer wieder lässt Meister Yang uns üben und korrigiert dabei individuell. Alle Seminarteilnehmer arbeiten konzentriert und sind mit Freude dabei.

Seminare mit Meister Yang Jian Chao

Wir danken Meister Yang für seinen lebendigen und anschaulichen Unterricht und für seine Inspiration. Und gerne werden wir Meister Yang wieder bei uns begrüßen und die gemeinsame Zeit mit ihm genießen.