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Taijiquan-Schule Ortenau

Heinz Günter Saemann und Johanna Saemann

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Taijiquan

Meistertage im April 2019

Johanna Saemann am 11. Mai 2019 4 Kommentare

Meister Yang Zhen He

Wie sitzen am Tisch nach einem feinen chinesischen Essen, welches Heinz Günter gekocht hat, und wir reden über Taijiquan. Wir üben dies ja nicht nur zur Gesundheit und Lebenspflege, sondern kultivieren damit auch unseren Geist und unser Menschsein. Ich frage Yang Laoshe, ob er mir mehr dazu erzählen kann. Er fragt: »Jetzt?« Und lacht und fängt dann an:

Erstmal sind die Bewegungen des Taijiquan ja rund. Wir üben das Runde und das bedingt, dass wir zu Harmonie streben und nicht zum Konflikt. Das wirkt sich aufs Menschsein aus. Wir üben eine Kunst, deren Ziel die Harmonie ist. Viele fangen mit dem Taijiquan an, um etwas für ihren Körper und die Gesundheit zu tun. Dann beschäftigen sie sich aber auch mit der Theorie. Dadurch erweitern sich das eigene Wissen und der Horizont und auch das wirkt sich auf den Geist aus. Ein anderer Ansatz des Taijiquan ist, sich zu schützen, nicht anzugreifen. Dieser Aspekt des Schützens, beinhaltet Konflikte zu lösen, sich mit dem Gegenüber zu verbinden, ihn zu lassen wie er ist und die Situation durch einen eigenen inneren Wechsel zu ändern. Das kann man im Tui Shou üben. Dieses Prinzip im Taijiquan kann man auch auf den Beruf, Freunde oder den Alltag übertragen.

Taijiquan ist etwas ganz Natürliches. Wir üben die Natürlichkeit und Einfachheit und beschäftigen uns durch den Daoismus, der mit dem Taijiquan verknüpft ist, mit der Natur der Dinge. Dadurch wiederum entwickelt man ein natürliches Bewusstsein für den Alltag und die Welt. Es geht darum, in der Kampfkunst und auch im Leben nichts hinzuzufügen, sondern in Einfachheit den Weg zu gehen. Eigene Begierden sollten nicht im Vordergrund stehen. Das Wesentliche ist, in einem Bewusstseinszustand des Gleichgewichts zu sein. Auch das üben wir im Taijiquan. Das Gleichgewicht, die Richtung, die Klarheit.

Die höchste Stufe im Taijiquan ist dann, alle Methoden, die man gelernt hat, wieder loszulassen und sich frei, aus sich selbst heraus zu bewegen. Und so auch dem Leben zu begegnen: in Gleichgewicht und Natürlichkeit.

Das alles vermittelt er ganz praktisch in den Kursen, die er bei uns gibt. Er führt uns dahin: zur Klarheit und Natürlichkeit. Das Wesentliche fordert er immer ein. Der Blick, die Richtung, Verbindung, Yin und Yang. Darauf besteht er. Darüber hinaus geht er dieses Jahr auch intensiv auf die innere Ausrichtung ein. Die Energie und deren Führung, welche unsere Bewegungen durchdringen sollen, sind mit unserer Körperhaltung verknüpft. Inneres und Äußeres  sind miteinander verbunden und bedingen einander.

Meister Yang Zhen HeMeister Yang Zhen He

Mit der hervorragenden Übersetzung durch Thomas Strube, sind die Kurse auch in der Theorie sehr interessant, denn Yang Laoshe gibt viel Wissen weiter. So auch in seinem Vortrag über die 7 innere Qualtitäten des Taijiquan. Ruhe – Entspannung – Stabilität – Gleichmäßigkeit – Wechsel – Harmonie – Nicht trennen. Auch hier kann sich dem Zuhörer über die Grundlagen des Taijiquan hinaus ein Bezug zum Leben erschließen.

Meister Yang Zhen HeMeister Yang Zhen He

Auch Yang Li Juan, die zweite Tochter von Meister Yang, gibt einen Kurs für Anfänger in der 38er-Form. Mit Ruhe und eleganter Kraft bringt sie die Teilnehmer durch die Hälfte der Form. Diese sind gefordert, mit ausdauernder Freude dabei und nach diesem Seminar einen großen Schritt weiter.

Wir freuen uns über das Interesse von euch Teilnehmern, dass ihr alle gekommen seid, auch teilweise von weit her, und gemeinsam die Meister-Seminare genutzt habt, um einen Schritt weiter zu gehen. Ein großes Dankeschön an Thomas Strube für dein unermüdliches Übersetzen und die gemeinsame Zeit. Schön war es!

Ein Dank geht auch an Marco Durach, der ebenfalls an zwei Tagen übersetzt hat und so zum Gelingen der Kurse beigetragen hat.

Am Schluss sagt Yang Laoshe, dass er sehr gerne zu uns nach Gengenbach in die Taijiquan-Schule Ortenau kommt. »Es ist immer alles sehr harmonisch bei euch, und wie ihr das organisiert und das jedes Jahr.«

Nächstes Jahr wieder, in der Woche nach Ostern. Ihr könnt es euch schon mal vormerken. Danke, Yang Laoshe, von ganzem Herzen, wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

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Johanna Saemann

Kategorie: Meister, Taijiquan Stichworte: Yang Li Juan, Yang Zhen He

Die 7 inneren Qualitäten des Taijiquan

Taijiquan-Schule am 11. Mai 2019 2 Kommentare

Meister Yang Zhen He

Mitschrieb vom Vortrag von Meister Yang Zhen He
am 27. April 2019 in der Taijiquan-Schule Ortenau

Ruhe

Der Größte Schatz im Taijiquan ist die Ruhe. Vom Dao aus betrachtet ist sie die Wurzel der inneren Qualitäten. Man lässt das eigene Wollen und die Begierden los und beruhigt seinen Geist. Wenn die innere Ruhe hergestellt ist, kann das Qi fließen und das Üben wird zu einer selbstvergessenen Sache. Man löst sich vom Materiellen und wendet sich dem Immateriellen zu. Ruhe und Bewegung kann man nicht trennen, genauso wenig wie Ein- und Ausatmen. Sie bedingen einander. Die Ruhe ist also der Anfang allen Übens.

Loslassen und Entspannen

Loslassen bedeutet im Taijiquan sich ausdehnen und lang machen. Nur wenn man den Körper loslässt und entspannt, kann man Bewegungen langziehen.  Durch dieses Langwerden kann man die Kraft des Gegners aufnehmen und ihn ins Leere laufen lassen. Seine Kraft wird dadurch neutralisiert und man unterläuft ihn sozusagen. Wir widersetzen uns nicht, sondern folgen dem Impuls des Gegners. Wir üben das Loslassen, indem wir das Runde suchen, uns in Kreisen bewegen und langgezogene Bewegungen üben. Dazu können wir auch die Atmung nutzen. Sich nicht zu widersetzen, sondern loszulassen und zu folgen, ist auch ein Prinzip des Lebens.

Stabilität

Jede Stelle des Körpers wird im Gleichgewicht zentriert. Wie bei einer Waage ist man ständig um Ausgleich bemüht. Das kommt daher, dass der Körper entspannt ist und man immer bereit ist einen Wechsel zu vollziehen. Hinter der Stabilität steht ganz viel Bewegung und Technik, um sich immer wieder auszurichten. Stabilität erfolgt durch eine klare Körperausrichtung. Wenn der Körper ausgerichtet ist, kann das Qi fließen.

Gleichmäßigkeit

Jede Stelle des Körpers bewegt sich, alles wird miteinander verbunden und koordiniert. Alles geschieht in einem Zug ohne Stopp. Man bewegt alle Körperteile in Kreisen und vollzieht stetig einen Wechsel von Yin und Yang, von Voll und Leer. Wenn eines anfängt sich zu bewegen, folgt alles andere nach. Sich gleichmäßig zu bewegen hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Es erfasst den ganzen Körper und dringt bis auf Zellebene vor. Diese Gleichmäßigkeit findet man vor allem im Yang-Stil-Taijiquan.

Wechsel

Wenn etwas von außen auf uns eindringt, bleiben wir erstmal ruhig. Kommt der Gegner mit Kraft, bleiben wir entspannt, dadurch hat der andere erstmal Probleme. Die Wechsel sind quasi die kleinen Punkte im Yin-Yang-Symbol. Will ich nach links, gehe ich erst noch etwas nach rechts. Will ich zurück, gehe ich erst noch mal ein kleines Stück vor, um dann die eigentliche Bewegung zu machen. Es sind kurze Impulse die man setzt. Wechsel sind vor allem im Tui Shou wichtig. Im Außen sieht das ruhig aus. Aber innerlich sind ganz viele Wechsel, die auch für eine fließende Energie sorgen.

Harmonie

Harmonie bedeutet Verbindung. Zum Beispiel, den Atem mit den Bewegungen, voll und leer, oben und unten usw. zu verbinden. Oder die inneren Qualitäten untereinander zu verbinden. Oder die äußeren Prinzipien miteinander. Und dann weiter das Äußere und das Innere wieder in Zusammenspiel bringen. Alles kommuniziert miteinander. Alles ist verknüpft und steht in Beziehung. Das Runde finden, das ist Harmonie.

Nicht trennen

Bewegungen und die Innere Aufmerksamkeit sind miteinander verbunden, die Extremitäten ebenfalls. Überall ist ein Zusammenhang. Zurück zum Ursprung, zur Einheit finden, nichts ist getrennt oder losgelöst. Alles ist eins.

Meister Yang Zhen HeMeister Yang Zhen He

Das sind Grundlagen des Taijiquans. Die Dinge kommen durchs Tun. Wirkliche Inhalte zu vermitteln gelingt nicht ausschließlich mit Sprache. Ihr müsst es erfahren, denn nur so versteht ihr.

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Yang Zhen He

Kategorie: Meister, Taijiquan Stichworte: Yang Zhen He

Alles ist Jetzt

Taijiquan-Schule am 13. Januar 2019 1 Kommentar

Johanna Saemann und Heinz Günter Saemann

Liebe Freundinnen und Freunde des Taijiquan!

Wie häufig hat Vergangenes und Zukünftiges für uns eine größere Bedeutung als das Jetzt. Immer wieder werden wir allen möglichen und unmöglichen Prüfungen ausgesetzt, die uns Sorgen bereiten. Dann denken wir an Zeiten, in denen alles besser war, leben gedankenschwer im Morgen oder malen uns eine unbeschwerte Zukunft aus. Statt in der Freiheit des Augenblicks zu leben, begeben wir uns hinter ein Gitter voller Bedeutungslosigkeiten. Was vorbei ist, können wir nicht halten, und was wird, ist nicht greifbar. Ganz anders die Kinder. Mit einem offenen Bewusstsein, das weder wertet, noch vergleicht, leben sie in diesem Augenblick, im Jetzt. Wenn aus einer Pfütze ein Meer wird, Steine darin zu Inseln, die es zu erkunden gilt, spielt Zeit keine Rolle. Sie schwingen nicht im Takt der Stunden, sondern folgen dem Rhythmus des Lebens. Spielend und staunend leben sie in diesem Augenblick und sind eingebunden in der Einheit des Lebendigen.

Die weisen Frauen und Männer des Daoismus suchen einen Weg der Rückkehr zu dieser kindlichen Bewusstheit. Den Weg hin zum Alles ist Jetzt. Und hat nicht auch in unserer christlichen Tradition Jesus gemahnt: »Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht das Himmelreich erlangen.« Taijiquan ist für mich ein Weg, das Erleben des Augenblicks zu üben. Jeder und jede Taijiquan-Praktizierende kennt die Erfahrung, sich in den Formen zu »verlaufen«. Sobald meine Gedanken abschweifen, meine Aufmerksamkeit sich auf anderes richtet, sobald ich nicht im Jetzt bin, falle ich aus der Form. Verliere meine Mitte. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange ich schon praktiziere. Alles ist Jetzt. In diesem Augenblick. Ich bin froh, im Taijiquan einen Weg gefunden zu haben, um mein Leben und meine Gesundheit zu pflegen. Und ab und zu bin ich dann der kleine Junge, der auf einer Wasserpfütze neuen Welten entgegensegelt.

Johanna und ich wünschen euch, dass ihr zur eurer zweiten Kindlichkeit zurückfindet, und freuen uns auf unseren gemeinsamen Übungsweg.

  • Programm Frühling/Sommer 2019

Heinz Günter Saemann

Kategorie: Semesterimpuls, Taijiquan

Meister Yang Jian Chao im Herbst 2018

Taijiquan-Schule am 16. November 2018 4 Kommentare

Meister Yang Jian Chao im Herbst 2018

Jeder hat eine eigene Antwort auf die Frage, warum er Taijiquan praktiziert. Dieser Antwort zu folgen bzw. immer wieder auch sich selbst die Frage neu zu stellen, ist für den Lernenden wesentlich. Mit dieser Antwort stellt sich ein inneres Gefühl ein, mit dem jeder Einzelne trainieren kann. Auch die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit verfeinern sich, eine Verbindung entsteht und Energie kann fließen.

Dieses Jahr bieten wir den Kurzstock Qi Mei Gun, die Partnerübungen Tui Shou, die Säbelform und innere Übungen an, um den Energiefluss in den Bewegungen erspüren. In allen Seminaren besteht der Kern des Unterrichts in der Verfeinerung des Taijiquans.

Wir haben entweder Ja oder Nein, aber da sind Übergänge und Wege bis zu diesen beiden, die klar sein müssen. Beruhige deinen Geist, entspanne deine Muskeln, führe das Qi in deinen Bauch. Jede Bewegung wird vom Zentrum aus geleitet, nur dadurch kann alles zusammen bewegt werden. Innen und Außen sind eins.

Yang Jian Chao

Im Qi Mei Gun vertiefen wir den Ablauf und lernen neue Varianten. Außerdem hat Meister Yang eine Partnerform des Kurzstocks im Gepäck, die wir noch anfangen zu lernen.

Meister Yang Jian Chao im Herbst 2018Meister Yang Jian Chao im Herbst 2018Meister Yang Jian Chao im Herbst 2018

Hören, Fühlen, Kleben, Folgen und Ausführen sind die Begriffe, mit denen wir in den Partnerübungen die acht Handtechniken des Taijiquans besser verstehen lernen. Aktion und Reaktion und das Üben mit einem Gegenüber machen die Kräfte von Yin und Yang für den Einzelnen spürbarer. Yang Jian Chao übt mit jedem Einzelnen und führt auch immer wieder die Anwendungen der einzelnen Handtechniken vor.

Das Säbelseminar wird zum Intensivtraining. Aufgrund der kleinen Gruppe haben die Teilnehmer das Glück, eine Korrektur und Vertiefung der Form zu bekommen. Mit einzelnen Säbelübungen gibt Meister Yang uns wertvolle Impulse und tiefe Einblicke in die Verbindung von Säbel und Körper. So bilden sich für die Teilnehmer eine klare Struktur und ein umfassendes Verständnis für die Säbelführung, Anwendungen und den inneren Energiefluss heraus.

Meister Yang Jian Chao im Herbst 2018
Meister Yang Jian Chao im Herbst 2018
Meister Yang Jian Chao im Herbst 2018

Im Seminar der inneren Übungen nimmt uns Meister Yang auf eine Reise nach Innen mit. Es wird keine Form unterrichtet, sondern einzelne Bewegungsabläufe, die Koordination von Armen und Beinen über unser Zentrum, was das Äußere darstellt. Das Innere stellt sich ein, über einen ruhigen Geist, die Atmung, das Sammeln und Fließen lassen der Energie. Yang Jian Chao gibt uns schöne Bilder, Geschichten und Anregungen mit auf diesen inneren Weg. So spüren wir Harmonie, innere Kraft und eine tiefe Verbundenheit von Körper und Geist.

Meister Yangs Können und seine Art, die Tradition und Werte des Yang-Stils zu unterrichten, begeistern uns alle sehr. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Meister Yang dafür. Auch bei allen Schülern der Taijiquan-Schule Ortenau für die Teilnahme und das Teilen der Begeisterung, auch im Regelunterricht, von Herz zu Herz. Ebenso bei den Teilnehmern die von weiter weg gekommen sind, aus dem Saarland, aus Bayern und aus Österreich. Es freut uns, dass mehr und mehr auch Interessenten von außerhalb gerne zur Taijiquan-Schule Ortenau kommen und wir auch hier schöne Begegnungen haben.

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Heinz Günter Saemann und Johanna Saemann

Kategorie: Meister, Taijiquan Stichworte: Yang Jian Chao

Gäste aus dem Reich der Mitte

Heinz Günter Saemann am 24. Juli 2018 Kommentar verfassen

Gäste aus dem Reich der Mitte

Seit zehn Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen dem Marta-Schanzenbach-Gymnasium in Gengenbach und der High School Affiliated to Jiatong University aus Xi’an. Die Partnerschaft ermöglicht es jungen Menschen, die Kultur des jeweiligen Landes kennenzulernen, sich auszutauschen und nicht nur die Unterschiede, sondern auch Gemeinsamkeiten zu erkennen und zu erleben.

Alena, Amelie und Leonie, Schülerinnen der KS 1 und ihr Lehrer, Uwe Biermann, haben in der Taijiquan-Schule Ortenau die Taijiquan-Langstockform erlernt, die sie als Willkommensgruß den Gästen aus dem Reich des Drachens vorführten. Die Freude darüber, dass über einen Austausch hinaus ein Stück chinesische Kultur in der alten Reichsstadt gelebt und praktiziert wird, war den chinesischen Besucher anzumerken. Alena, Amelie, Leonie und Uwe Biermann haben Herzen geöffnet und berührt. Für mich war das Taiji-Training mit ihnen eine große Freude.

Besuch in der Taijiquan-Schule Ortenau

Begleitet werden die Schüler aus Xi’an von zwei Lehrkräften und einer Übersetzerin. Die drei besuchen unsere Taijiquan-Schule, ich freue mich über ihr Kommen, führe sie durch die Schule und erzähle von unserer Arbeit und dem jährlichem kulturellem Austausch mit Meister Yang Zhen He und Meister Yang Jian Chao. Die Besucher aus dem Reich der Mitte sind erstaunt, dass in unserer Schule ein Stück chinesischer Kultur gepflegt und gelebt wird. Mein jahrelanges Studium und die Auseinandersetzung mit der Geschichte Chinas, mit seinem Gebräuchen, Mythen und Legenden trägt nun endlich Früchte. Ich wünschen den chinesischen Lehrern, ihren Schülern und der Dolmetscherin eine gute Weiterreise und eine glückliche Heimkehr.

Heinz Günter Saemann

Kategorie: Taijiquan

Wanderung auf den Odilienberg

Johanna Saemann am 21. Juli 2018 4 Kommentare

Odilienberg

Am Samstag sind wir mit einigen Schülern auf dem Odilienberg unterwegs. Wir treffen uns um neun Uhr am Kloster und genießen die herrliche Aussicht, die klare Luft und die Stille. Danach machen wir uns auf in den Wald, Richtung Männlestein. Meine Augen, Ohren und mein Herz sind offen für die wunderbare Natur hier oben. Das satte Grün, die Heidenmauer, die hohen Bäume, das Gezwitscher der Vögel, die Stimmen der anderen, der weiche Boden unter meinen Füßen, das alles macht Freude und tut so wohl.

Am Männlestein angekommen legen wir eine Runde Qi Gong ein und verbinden uns mit Himmel und Erde. Noch während wir unsere Übungen machen, geschieht für mich etwas Magisches. Mein Blick wandert nach oben zu den Baumspitzen. Sie scheinen lebendig zu sein. Nebelschwaden rollen über sie hinweg und sinken nach unten in fast demselben Rhythmus wie meine Qi-Gong-Bewegungen, langsam fallen erste Regentropfen. Für einen kurzen Moment erscheint es mir, als würde die Zeit stehen und als wäre ich eins mit der Natur. Dann löst es sich schon auf und wir suchen Zuflucht vor dem Regen in einer Hütte.

Es kommt so viel Wasser vom Himmel, dass sich große Pfützen bilden und auf den Waldwegen kleine Bäche entstehen. Wir stärken uns mit einem Vesper und machen uns dann auf den Heimweg. Klatschnass, aber in heiterer Stimmung kommen wir schließlich wieder am Kloster raus. Durch den Regen waren wir gezwungen, unsere Vorstellungen und Pläne für diesen Tag loszulassen und uns ganz ins Jetzt zu begeben.

Die Dinge so zu nehmen wie sie kommen. Das erinnert mich auch an ein Prinzip, welches ich immer wieder im Tui Shou, den Partnerübungen im Taijiquan, trainiere. Hier übe ich mich in der Weichheit und der Flexibilität, auf das zu reagieren, was vom Gegenüber kommt. Wir reagieren aus unserer Natur heraus auf Druck immer mit Gegendruck. Loslassen und dem Energiefluss zu folgen, fällt nicht nur im Tui Shou schwer, sondern auch im alltäglichen Leben. 

Die Wanderung auf dem Odilienberg verlief anders als geplant und war doch ganz einfach ein wunderbares Erlebnis.

Johanna Saemann

Kategorie: Taijiquan

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